Übersicht
Im Jahr 1973 brachte Dual die CS 701 auf den Markt – den ersten europäischen Plattenspieler mit Direktantrieb. Ein halbes Jahrhundert später knüpft der deutsche Hersteller mit dem Spitzenmodell seiner aktuellen Produktlinie an diese technische Tradition an. Dieser in Deutschland konzipierte und entwickelte halbautomatische Plattenspieler zielt auf eine stabile und präzise analoge Wiedergabe ab – ohne Vorverstärker und ohne Zugeständnisse an die Digitaltechnik – und überlässt jedem die Wahl des Tonabnehmers.
Die bewusste Anlehnung an die CS 701
Dual ordnet die CS 718Q klar in die Nachfolge seiner 7er-Serie ein – jener CS 714 und CS 731, die den Ruf der Marke durch gleichmäßige Rotation und mechanische Zuverlässigkeit begründet haben. Das „Q” im Namen verweist auf die Quartzregelung dieser früheren Hochklasse-Modelle. Im Vergleich zur CS 618Q, dem einzigen anderen Plattenspieler mit Direktantrieb im aktuellen Sortiment, legt die CS 718Q mechanisch eine Klasse zu: höheres und schwereres Chassis, massiverer Teller, überarbeiteter Tonarm und erweitertes Anschlussangebot. Die Entwicklung erfolgt im deutschen Designzentrum der Marke, das diese Kontinuität zu den Plattenspielern der 1970er-Jahre für sich beansprucht.
Ein quartzgeregelter Direktantrieb
Der Motor treibt den Teller ohne Riemen oder Reibrad an: Die Rotation erfolgt direkt über die Motorachse und wird per Quartz für die drei Geschwindigkeiten 33, 45 und 78 Umdrehungen geregelt. Dual verwendet Spulen ohne ferromagnetischen Kern (Luftspulen) – eine Lösung, die Vibrationen und das Rastmoment des Motors minimiert. Eine doppelte Abschirmung schützt das gesamte System vor magnetischen Störungen. Gleichlaufschwankungen bleiben laut DIN-WTD-Norm unter ±0,07 % – ein Wert, der dem Anspruch des Plattenspielers entspricht. Das Fehlen eines flexiblen Antriebselements entfällt der regelmäßige Riemenwechsel, was ein Argument für die langfristige Haltbarkeit darstellt.
Ein von Dual selbst entwickelter Tonarm
Der Tonarm ist eines der am sorgfältigsten ausgearbeiteten Elemente des Plattenspielers. Sein Rohr weist eine Sandwich-Konstruktion aus Aluminium und Carbon auf, die Steifigkeit mit kontrollierter Masse verbindet – bei einer effektiven Länge von 221,5 mm, einem Offset-Winkel von 25,6° und einem Überhang von 19 mm. Die Doppelkardan-Lager greifen den Geist der alten Tonarme der 7er-Serie auf. Die Auflagekraft wird nicht durch ein klassisches Gegengewicht, sondern durch eine Präzisionsfeder erzeugt – im Bereich von 0 bis 3 g – was hilft, einen stabilen Druck auch bei leicht verwellten Platten aufrechtzuerhalten. Der abnehmbare Headshell ermöglicht die Azimut-Einstellung, und das Antiskating ist stufenlos einstellbar. Ein Tonabnehmer ist nicht im Lieferumfang enthalten: Der Tonarm akzeptiert Modelle von 3 bis 13 g, was die Wahl zwischen einem Moving-Magnet- oder Moving-Coil-Tonabnehmer je nach gewähltem Vorverstärker offenlässt.
Die Höhenverstellung während der Wiedergabe
Die Tonarmhöhe (VTA-Einstellung) lässt sich stufenlos in einem Bereich von +5 bis -2 mm verstellen und ist dank eines dedizierten Drehknopfs auch während der Wiedergabe zugänglich. Der Mechanismus besteht aus einer vertikalen Säule nahe der Tonarmbasis – ein sichtbares Element, das sich von der Schlichtheit der anderen Dual-Plattenspieler abhebt. Diese Feineinstellung ermöglicht es, den Abtastwinkel des Diamanten an die Höhe jedes Tonabnehmers anzupassen – eine Funktion, die die CS 618Q nicht bietet.
MDF-Chassis, Teller und Schwingungsdämpfung
Die Zarge aus hochsteifem MDF ist in zwei Ausführungen erhältlich: satiniertes Schwarz oder echtes Nussbaumfurnier. Sie ruht auf entkoppelten Füßen mit Resonanzdämpfern, die höhenverstellbar sind, um die Nivellierung auf einem Möbelstück oder einem Rack zu erleichtern. Der druckgegossene Aluminiumteller hat einen Durchmesser von 305 mm und wiegt zusammen mit seiner Matte 2,2 kg. Seine Unterseite ist vollständig mit Gummi beschichtet, ergänzt durch eine für Dual entwickelte 4 mm dicke Dämpfungsmatte. Die Achse aus gehärtetem Stahl dreht sich in einem Messinglager. Eine transparente Haube schützt das gesamte Gerät vor Staub. Der Plattenspieler wiegt 10 kg – eine Masse, die zu seiner Standfestigkeit beiträgt.
Den Plattenspieler an eine HiFi-Anlage anschließen
Die CS 718Q wird an einen Phono-Eingang oder einen externen Phono-Vorverstärker angeschlossen: Sie verfügt weder über eine Phono-Stufe noch über einen digitalen Ausgang. Das Anschlussfeld umfasst einen Stereo-RCA-Ausgang und einen symmetrischen XLR-Ausgang – ein Novum bei Dual – nützlich für lange Verbindungen oder Elektronikgeräte mit symmetrischem Phono-Eingang. In der Handhabung ist der Plattenspieler halbautomatisch: Die Wiedergabe wird manuell gestartet, dann stoppt der Motor und der Tonarm hebt sich am Ende der Platte an, was den Tonabnehmer schont. Dieser automatische Stopp kann für einen vollständig manuellen Betrieb deaktiviert werden.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Allgemeine Übersicht
- Audiophiler Direktantriebs-Plattenspieler
- Entwicklung und Fertigung in Deutschland
- Auto-Stop-Funktion und automatisches Tonarmlift am Ende der Wiedergabe
- Kompatibel mit 33, 45 und 78 U/min Schallplatten
Motor
- Direktantrieb (Direct Drive)
- Quarzgesteuerter Geschwindigkeitsregler
- Spulen ohne ferromagnetischen Kern (ironless air-core coils)
- Doppelte Abschirmung gegen magnetische Interferenzen
- Gleichlaufschwankungen (Wow & Flutter): < ±0,07 % (DIN WTD)
Plattenteller
- Druckguss-Aluminiumteller
- Vollständige Gummibeschichtung auf der Unterseite
- 4 mm dämpfende Gummimatte
- Durchmesser: 305 mm
- Gewicht (Teller + Matte): 2,2 kg
- Gehärtete Stahlachse und Messinglager
Tonarm
- Tonarm in Aluminium-/Carbon-Sandwich-Bauweise
- Hochpräzise Doppelkardan-Lagerung
- Höhenverstellung: +5 mm / -2 mm
- Effektive Länge: 221,5 mm
- Offset-Winkel: 25,6°
- Überhang: 19 mm
- Dynamische Auflagekraft durch Präzisionsfeder
- Einstellung der Auflagekraft: 0 bis 3 g
- Kompatibel mit Tonabnehmern von 3 bis 13 g
- Abnehmbarer Headshell mit Azimut-Einstellung
- Stufenlos einstellbares Antiskating-System
- Tonabnehmer nicht im Lieferumfang enthalten
Gehäuse
- Hochsteifes MDF-Gehäuse
- Ausführung in Mattschwarz oder echter Nussbaumfurnier
- Entkoppelte Füße mit Resonanzdämpfern
- Höhenverstellbare Füße
- Transparente Staubschutzhaube inklusive
Anschlüsse
- Stereo-RCA-Ausgang
- Symmetrischer XLR-Ausgang
- Direktanschluss an einen Phono-Eingang
- Kein integrierter Phono-Vorverstärker
- Kein Digitalausgang
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (Haube geschlossen): 435 x 367 x 155 mm
- Abmessungen (Haube geöffnet):
- Tiefe: 415 mm
- Höhe: 405 mm
- Gewicht: 10 kg
Häufig gestellte Fragen
Was bietet die CS 718Q im Vergleich zur CS 618Q?
Sie erhält eine schwerere und steifere Zarge, einen massiveren Plattenteller, eine Höhenverstellung des Tonarms während der Wiedergabe und einen symmetrischen XLR-Ausgang. Im Gegensatz zur CS 618Q wird sie ohne Tonabnehmer und ohne Phono-Vorverstärker geliefert, was ein entsprechend ausgereifteres System rundherum voraussetzt.
Ist ein separater Phono-Vorverstärker zwingend erforderlich?
Ja. Die CS 718Q verfügt über keine integrierte Phonostufe. Sie muss daher entweder an einen Verstärker mit Phono-Eingang oder an einen externen Phono-Vorverstärker angeschlossen werden, der je nach Tonabnehmertyp gewählt wird (Moving Magnet oder Moving Coil).
Welcher Tonabnehmer kann installiert werden?
Der Tonarm akzeptiert Tonabnehmer von 3 bis 13 g, mit einer einstellbaren Auflagekraft von 0 bis 3 g. Die abnehmbare Headshell erleichtert die Montage und ermöglicht die Einstellung des Azimuts. Dieser große Spielraum lässt die Wahl zwischen einem zugänglichen Moving-Magnet-Tonabnehmer und einem anspruchsvolleren Moving-Coil-Tonabnehmer.
Ist die Wiedergabe automatisch?
Nein, sie ist halbautomatisch. Das Aufsetzen des Tonarms und das Starten erfolgen manuell. Am Ende der Schallplatte hebt sich der Tonarm und der Motor stoppt von selbst. Diese Funktion kann deaktiviert werden, wenn man lieber alles von Hand steuern möchte.
Kann man Schellackplatten mit 78 U/min unter guten Bedingungen abspielen?
Die Geschwindigkeit von 78 U/min wird vom Motor unterstützt. Um diese Schallplatten jedoch korrekt abzuspielen, ist ein Tonabnehmer oder eine Nadel erforderlich, die für die Rille von 78ern geeignet ist, die breiter ist als die von modernen Mikrorillenplatten.
Was ist der konkrete Nutzen des XLR-Ausgangs?
Die symmetrische Verbindung verringert die Störanfälligkeit bei langen Kabeln. Sie ist nur dann von Nutzen, wenn die nachgeschaltete Elektronik über einen symmetrischen Phono-Eingang verfügt; andernfalls bleibt der RCA-Ausgang uneingeschränkt nutzbar.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 4262425750434










