Übersicht
Ein Notebook an einen DAC anzuschließen bedeutet, die elektrischen Störgeräusche einer Maschine in Kauf zu nehmen, die gleichzeitig tausend andere Dinge erledigt. Aurender baut seit rund fünfzehn Jahren Musikserver, die den umgekehrten Weg gehen: geschlossenes System, Software, die unter demselben Dach wie die Elektronik entwickelt wird, eine einzige Aufgabe. Der N150 eröffnet diese Produktreihe und folgt auf den N100H, mit einer bewussten Entscheidung: ein USB-Audioausgang, und sonst nichts.
Ein einziger Ausgang, und er ist sorgfältig ausgeführt
Kein DAC im Inneren, kein analoger, koaxialer oder AES-EBU-Anschluss. Der N150 sendet den digitalen Datenstrom über seinen USB Audio Class 2.0-Ausgang an einen externen DAC, Ende der Geschichte. Diese Reduktion hat einen technischen Grund: Der USB-Bereich ist physisch und elektrisch von der Prozessorplatine isoliert, die bei dieser Art von Gerät die wichtigste Störquelle ist. Der Audiotaktgeber ist ein temperaturkompensierter TCXO-Oszillator.
Unterstützt werden PCM bis 768 kHz bei 32 Bit, natives DSD512 und DSD256 über DoP. Diese Obergrenzen hängen natürlich davon ab, was der dahinter angeschlossene DAC beherrscht: Die meisten aktuellen Modelle enden früher, und der N150 muss sich dann nur anpassen. Bei den Dateien liest er DSD (DSF und DFF), WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A, APE und die gängigen Formate. Die MQA-Core-Dekodierung ist seit der App als kostenpflichtige Option erhältlich und ermöglicht die erste Entfaltung für einen nicht zertifizierten DAC.
Der Nachteil ist klar: Ein DAC ohne USB-Eingang bleibt ohne zwischengeschalteten Konverter inkompatibel. Aurender bietet dafür zwei Zubehörmodelle an, den UC100 und den UT100, die den USB-Ausgang in ein koaxiales oder optisches Signal umwandeln.
Die Stille beginnt beim Netzteil
Ein lineares 50-W-Netzteil versorgt das gesamte Gerät, ohne Schaltnetzteiltechnik. Der Prozessor ist ein energieeffizienter Intel-Dual-Core, der wegen seines geringen Verbrauchs ausgewählt wurde: 12 W bei der Wiedergabe, maximal 32 W, 4,2 W im Standby. Weniger abgerufener Strom bedeutet weniger Störungen, die in den Audiobereich abgestrahlt werden.
Der Gigabit-Ethernet-Port verfügt über eine doppelte galvanische Trennung mittels Transformatoren, die Störungen aus dem Heimnetz filtert. WLAN gibt es nicht: Die kabelgebundene Verbindung ist Pflicht, was eine Netzwerkdose oder Powerline in der Nähe der Anlage voraussetzt, aber einen Funksender im Gehäuse eliminiert.
Ein USV-System mit Superkondensatoren ergänzt die Stromversorgung. Bei einem Netzausfall liefert es genug Energie, um das Gerät sauber herunterzufahren und das Dateisystem zu schützen, ohne eine chemische Batterie, die nach einigen Jahren ersetzt werden müsste.
Die Wiedergabe erfolgt über den SSD-Cache
Die interne Funktionsweise unterscheidet einen Aurender-Server wirklich von einem gewöhnlichen Netzwerkplayer. Wenn ein Titel in der App ausgewählt wird, wird er zunächst auf die 240-GB-NVMe-SSD kopiert und anschließend von dieser SSD wiedergegeben. Das Speichermedium geht derweil wieder in den Ruhezustand.
Daraus ergeben sich zwei Vorteile. Die mechanische Festplatte oder Bibliotheks-SSD nutzt sich weniger ab und läuft während des Hörens nicht. Und vor allem hängt die Wiedergabe nicht mehr von der momentanen Qualität des Netzwerks ab: Eine instabile Verbindung zu einem NAS verursacht keine Aussetzer mehr, da die Datei bereits vorliegt. Dasselbe Prinzip gilt für Online-Streams, die vor der Wiedergabe zwischengespeichert werden.
Der kritische Hörmodus geht in derselben Logik noch weiter. Er schaltet das Display, die Bedientasten an der Front und für die Wiedergabe nicht benötigte Hintergrundaufgaben ab, um die interne elektrische Aktivität weiter zu reduzieren. Die Anzeige des aktuellen Titels entfällt, was ein akzeptabler Kompromiss bleibt, wenn die Steuerung ohnehin über ein Tablet erfolgt.
Ein selbst einzubauendes Laufwerk, oder gar keines
Hinter der Front befindet sich ein 2,5-Zoll-Schacht, der ohne Eingriff eines Technikers zugänglich ist. Dort lässt sich beim Kauf oder später eine SSD oder Festplatte einsetzen, abhängig von der Größe der zu speichernden Bibliothek. Wer ausschließlich online hört, kann den Schacht leer lassen und zahlt nicht für unnötigen Speicher.
Zwei USB-3.0-Ports auf der Rückseite dienen der Datenübertragung: zum Kopieren einer Sammlung von einem externen Laufwerk oder zum Import über das Netzwerk von einem NAS. Diese Ports übertragen Daten, kein Audio. Eine auf einem NAS verbleibende Bibliothek kann ebenfalls direkt wiedergegeben werden, Aurender empfiehlt jedoch den internen Speicher für mehr Stabilität.
Conductor, die App, die alles steuert
Es gibt keine Universalfernbedienung und keine altmodische Weboberfläche: Die Steuerung erfolgt über Aurender Conductor auf iPhone, iPad oder Android. Die App vereint lokale Dateien und Online-Kataloge in einer Bibliothek, mit integriertem Tidal, Qobuz und Internetradios sowie Spotify Connect und AirPlay. Der N150 ist außerdem Roon Ready-zertifiziert für alle, die ihre Bibliothek bereits rund um dieses Ökosystem aufgebaut haben.
Dieser geschlossene Ansatz hat seine Anhänger und seine Grenzen. Die Stabilität profitiert davon, weil der Hersteller die gesamte Softwarekette kontrolliert. Im Gegenzug hängt die Aufnahme eines Musikdienstes vollständig vom Zeitplan von Aurender ab, und die App ist der einzige tägliche Zugang.
Das 3-Zoll-AMOLED-Display zeigt den aktuellen Titel kontrastreich und aus der Entfernung gut lesbar an. Es ist nicht das große Farbdisplay mit Covern der höher positionierten Modelle der Reihe, die zusätzlich S/PDIF- und AES-EBU-Ausgänge bieten. Das Gehäuse aus gefrästem Aluminium misst 215 × 353 × 64 mm bei etwa 5,3 kg im Halb-DIN-Format: Es findet auf einem Schreibtisch oder neben einem anderen Gerät auf derselben Ablage Platz.
Was der N150 gegenüber dem N100H verändert
Die Abstammung ist direkt, mit mehreren überarbeiteten Punkten. Der Arbeitsspeicher steigt auf 8 GB, doppelt so viel wie beim N100H. Der SSD-Cache wächst auf 240 GB in NVMe-Ausführung. Der Intel-Dual-Core-Prozessor und der doppelt isolierte Netzwerkport sind neu, ebenso wie der für den Nutzer zugängliche Speicherschacht, der beim Vorgängermodell fehlte, das nur mit seiner ab Werk eingebauten Festplatte erhältlich war.
Für alle, die von einem Notebook oder CD-Player kommen und bereits einen guten DAC mit USB-Eingang besitzen, ist die Abkürzung einfach: Der N150 übernimmt Server und Transport, ohne die bereits anderweitig bezahlte Wandlung zu duplizieren.
Technische Merkmale
Typ und Funktion
- Hochauflösender Audio-Netzwerktransport
- Integrierter DAC: nein
- CD-Ripping: nein
Digitaler Audioausgang
- Dedizierter USB-Audioausgang
- USB-Auflösung: PCM bis zu 768 kHz / 32 Bit, natives DSD512, DSD256 über DoP
- Audio-Taktgeber: TCXO
- Analoge Ausgänge: keine
- S/PDIF- und AES-EBU-Ausgänge: keine
Formate und Kompatibilität
- Kompatible Formate: DSD (DSF, DFF), WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A, APE und weitere Audioformate
- MQA: kompatibel mit MQA Core Decoder Upgrade
- Streaming-Dienste: integriert über das Aurender-Ökosystem
- Roon-Kompatibilität: Roon Ready
- Steuerungs-App: Aurender Conductor
Hardware-Architektur
- Prozessor: stromsparender Intel-Dual-Core
- Arbeitsspeicher: 8 GB
- System- und Cache-Speicher: 240-GB-NVMe-SSD
- Musikspeicher: 1 Einschub mit 2,5 Zoll für SSD oder Festplatte, vom Benutzer installierbar
Anschlüsse
- USB-Ports: 2 × USB 3.0 für externen Speicher
- Netzwerk: Gigabit-Ethernet mit doppelter Isolierung
Stromversorgung
- Lineares 50-W-Netzteil
- Integriertes UPS-System mit Superkondensatoren
- Leistungsaufnahme:
- 12 W bei Wiedergabe
- 32 W maximal
- 4,2 W im Standby
Display und Gehäuse
- 3-Zoll-AMOLED-Display
- Gefrästes Aluminiumgehäuse
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B × T × H): ca. 215 × 353 × 64 mm
- Höhe ohne Füße: ca. 56 mm
- Gewicht: ca. 5,3 kg
Häufig gestellte Fragen
Kann der N150 CDs rippen?
Nein, er verfügt weder über ein optisches Laufwerk noch über eine Ripping-Funktion. Die Sammlung muss zuvor digitalisiert und dann über die USB-Anschlüsse oder von einem NAS auf die interne Festplatte kopiert werden. Aurender reserviert das Ripping für seine Content-Server, die diese Aufgabe im Vorfeld übernehmen und anschließend die anderen Geräte im Netzwerk versorgen.
Welche Festplattenkapazität kann installiert werden?
Der Schacht nimmt eine 2,5-Zoll-Festplatte oder SSD im Standardformat auf. Die auf dem Markt verfügbaren Kapazitäten im 2,5-Zoll-Format reichen üblicherweise bis zu 4 TB bei Festplatten und 8 TB bei SSDs. Die SSD bleibt leise und unempfindlich gegenüber Vibrationen, die Festplatte ist pro Terabyte günstiger, und der Lesecache macht diesen Unterschied in der Praxis weitgehend unmerklich, da sich die Festplatte während der Wiedergabe nicht dreht.
Sollte der N150 dauerhaft eingeschaltet bleiben?
Aurender entwickelt seine Server für den Dauerbetrieb, und der Standby-Verbrauch von 4,2 W unterstreicht dies. Das vollständige Hochfahren des Systems dauert etwas, und ein bereits warmes Gerät erspart Wartezeiten vor jeder Hörsession. Die interne USV sorgt bei einem Stromausfall für ein ordnungsgemäßes Herunterfahren.
Funktioniert der N150 mit Roon?
Ja, es ist Roon Ready zertifiziert und erscheint in einem Roon-System als Ausgabegerät, gesteuert über die Roon-Apps. Dafür muss an anderer Stelle im Netzwerk ein aktiver Roon Core-Server vorhanden sein. Die Conductor-App kann parallel mit dem Aurender-Cache weiter genutzt werden, aber die beiden Modi lassen sich nicht innerhalb derselben Wiedergabe kombinieren.
Was wird aus der MQA-Decodierung beim N150?
Der MQA-Core-Decoder ist eine kostenpflichtige Option, die über Conductor aktiviert werden kann. Er führt die erste Entfaltung bis zu 88,2 oder 96 kHz durch, sodass MQA-Dateien über einen nicht zertifizierten Wandler wiedergegeben werden können oder ein zertifizierter Wandler das Rendering abschließen kann. Da das Format bei Musikdiensten an Bedeutung verloren hat, ist diese Option vor allem für bereits bestehende Dateisammlungen interessant.
Kann man einen Kopfhörer direkt an den N150 anschließen?
Nein, es gibt weder einen Kopfhörerausgang noch einen Analogausgang. Ein Kopfhörerverstärker muss an den hinter dem USB-Ausgang angeschlossenen Wandler angeschlossen werden.
Lässt sich die Lautstärke über den N150 regeln?
Der Ausgang erfolgt mit festem Pegel, ohne digitale Dämpfung. Die Einstellung erfolgt am Wandler, sofern dieser über eine solche verfügt, oder am nachgeschalteten Vorverstärker.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.








