Übersicht
Der Wechsel von einem Computer oder einem kleinen Netzwerkplayer zu einem dedizierten Audioserver hängt oft an einem Detail: Woher kommt die Datei tatsächlich in dem Moment, in dem sie abgespielt wird? Bei Aurender lautet die Antwort: aus einem SSD-Cache und über einen vom Rest des Geräts isolierten USB-Ausgang. Der N200 übernimmt dieses Konzept in einem Gehäuse in voller Breite, mit großem Farbdisplay und zwei zugänglichen Speicherlaufwerksschächten.
Ein Netzwerk-Transport ohne Wandler
Der N200 wandelt nichts und gibt kein analoges Signal aus. Er liest, puffert und überträgt einen digitalen Datenstrom an einen externen Wandler – über seinen dedizierten USB Audio Class 2.0-Ausgang oder seinen koaxialen RCA-S/PDIF-Ausgang. Der USB-Ausgang unterstützt PCM bis 768 kHz bei 32 Bit, DSD512 nativ und DSD256 über DoP. Der Koaxialausgang bleibt bescheidener, mit PCM bis 192 kHz bei 32 Bit und DSD64 über DoP: Er dient als Ausweichlösung für einen älteren Wandler ohne USB-Eingang oder für ein zweites System. Eine DSD-zu-PCM-Wandlung wird nicht angeboten, die Datei wird unverändert übertragen.
Dieser USB-Ausgang ist physisch und elektrisch von der Prozessorplatine getrennt. USB kann leicht Störungen von einem Gerät zum anderen übertragen, und genau auf diesen Punkt konzentriert Aurender seine Isolationsarbeit. Der Audiotaktgeber ist ein TCXO, ein temperaturkompensierter Quarzoszillator. Die höherwertigen Modelle der Marke verwenden einen OCXO-Taktgeber zusammen mit hochwertigen S/PDIF- und AES/EBU-Ausgängen: Genau diesen Block hat Aurender beim N200 weggelassen, um den Preis zu begrenzen und die Mittel auf den USB-Weg allein zu konzentrieren.
Der SSD-Cache verändert die Wiedergabe
Wenn ein Titel über die App gestartet wird, wird er nicht direkt vom Bibliothekslaufwerk gelesen oder fortlaufend aus dem Netzwerk bezogen. Er wird zunächst auf eine interne 240-GB-NVMe-SSD kopiert, die zugleich als Systemlaufwerk dient, und anschließend von dieser SSD wiedergegeben. Die Speicherlaufwerke werden während des Hörens in den Ruhezustand versetzt, und Schwankungen eines NAS oder einer Heimnetzwerkverbindung haben keinen Einfluss mehr auf den Datenstrom.
Der Modus Critical Listening geht noch weiter, indem er das Frontdisplay, die Tasten und nicht für die Wiedergabe erforderliche Hintergrundaufgaben abschaltet. Im Gegenzug muss man während des Hörens auf die Anzeige verzichten, was bei einer Steuerung per Tablet stimmig bleibt.
Zwei Laufwerksschächte zum Selbstbestücken
Auf der Rückseite des N200 befinden sich zwei Steckplätze für 2,5-Zoll-Laufwerke, mechanische Festplatten oder SSDs, die vom Nutzer installiert werden. Aurender gibt eine Kapazität von bis zu zwei 8-TB-SSDs an. Die Laufwerke sind nicht im Lieferumfang enthalten, was die freie Wahl von Typ und Kapazität ermöglicht und erlaubt, die Schächte für reines Online-Hören leer zu lassen. Der Preis des Geräts beinhaltet somit keinen Speicher, den man möglicherweise nicht benötigt.
Eine auf einem NAS gespeicherte Bibliothek bleibt über eine Netzwerkfreigabe nutzbar, und zwei USB-3.0-Ports auf der Rückseite dienen der Übertragung von einer externen Festplatte oder einem USB-Stick. Aurender betrachtet den internen Speicher jedoch als Referenzbetriebsart: Die Navigation in entfernten Inhalten erfolgt über eine Ordneransicht und ist weniger komfortabel.
Das 6,9-Zoll-Display und die Steuerung
Die Front aus gefrästem Aluminium ist mit einem 6,9-Zoll-IPS-Farbdisplay mit 1280 × 480 Pixeln ausgestattet, das Cover, Künstler und den aktuell gespielten Titel anzeigt. Die Abmessungen entsprechen einer klassischen Hi-Fi-Komponente: 33 cm Breite, 35,6 cm Tiefe und 9,7 cm Höhe bei 8,8 kg Gewicht. Der kompaktere N150 begnügt sich mit einem 3-Zoll-Monochromdisplay und nur einem Laufwerksschacht.
Die gesamte Steuerung erfolgt über die hauseigene Aurender Conductor-App auf iPhone, iPad und Android-Geräten. Es gibt weder eine Weboberfläche noch eine physische Fernbedienung: Ohne kompatibles Tablet oder Telefon lässt sich das Gerät nicht bedienen. Tidal, Qobuz und Webradios sind in die App integriert, Spotify Connect und AirPlay ermöglichen das Senden eines Streams von einem anderen Gerät, und der N200 arbeitet als Roon-Ready-Wiedergabepunkt in einem Netzwerk mit Roon-Server. Die MQA-Core-Dekodierung ist gegen Aufpreis als in der App erworbene Lizenz verfügbar.
Lineares Netzteil und Netzwerkanschluss
Die Stromversorgung ist vollständig linear ausgeführt und besteht aus zwei 35-W-Blöcken – eine Wahl, die auf einen niedrigen Störpegel abzielt, während ein Schaltnetzteil hochfrequente Störungen in die Masse einkoppelt. Eine interne USV mit Superkondensatoren übernimmt bei einem Netzausfall, gerade lange genug für ein sauberes Herunterfahren des Systems: keine chemische Batterie, die nach einigen Jahren ersetzt werden muss. Der Verbrauch bleibt moderat: 15 W bei Wiedergabe, 35 W in der Spitze und 5,1 W im Standby, bei einem stromsparenden Intel-Quad-Core-Prozessor mit 8 GB Arbeitsspeicher.
Der Gigabit-Ethernet-Port ist durch zwei Transformatorstufen gegen Störungen vom Router und dem Rest der Anlage isoliert. Der Netzwerkanschluss erfolgt ausschließlich per Kabel: Eine Wi-Fi-Verbindung ist nicht vorgesehen, was eine Netzwerkdose in der Nähe des Möbels oder Powerline voraussetzt. Der technische Support von Aurender kann über das Internet aus der Ferne auf das Gerät zugreifen, um ein Problem zu diagnostizieren.
Technische Daten
Allgemeine Beschreibung
- Typ: Hochwertiger Audio-Netzwerkserver und -Transport
- Konstruktion: Gefrästes Aluminiumgehäuse
Prozessor und Speicher
- Stromsparender Intel Quad-Core-Prozessor
- Arbeitsspeicher: 8 GB
- System-SSD und Cache-Speicher: 240 GB NVMe
Speicher
- 2 Steckplätze für 2,5-Zoll-Laufwerke
- Kompatibel mit vom Benutzer installierbaren HDDs und SSDs
- Empfohlene Kapazität: bis zu 2 × 8 TB SSD
- Nutzung ohne interne Festplatte für ausschließliches Streaming möglich
Display
- 6,9-Zoll-IPS-Farbdisplay
- Auflösung: 1280 × 480 Pixel
- Anzeige von Albumcovern, Künstlern und Titelinformationen
Netzwerkkonnektivität
- Gigabit-Ethernet-Port mit doppelter Isolierung
- Kompatibel mit auf NAS gespeicherten Musikbibliotheken
- Anschluss externer USB-Festplatten
USB-Anschlüsse
- 2 × USB 3.0 für Datenspeicher
- Dedizierter und isolierter USB-Audioausgang
Digitale Ausgänge
- 1 × dedizierter USB-Audioausgang
- 1 × digitaler koaxialer RCA S / PDIF-Ausgang
Unterstützte Formate
- DSD: DSF, DFF
- PCM: WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A, APE und andere kompatible Formate
Audioauflösungen
- USB-Ausgang
- PCM bis zu 768 kHz / 32 Bit
- DSD512 nativ
- DSD256 über DoP
- Koaxialer S / PDIF-Ausgang
- PCM bis zu 32 Bit / 192 kHz
- DSD64 über DoP
Taktgeber
- TCXO-Audiotaktgeber
Stromversorgung
- Audiophile lineare Stromversorgung
- Integriertes UPS-System mit Superkondensatoren für ein sicheres Herunterfahren bei Stromausfall
Stromverbrauch
- Wiedergabe: 15 W
- Spitze: 35 W
- Standby: 5,1 W
Funktionen
- Wiedergabe mit Zwischenspeicherung
- Critical Listening-Modus
- Integrierte Streaming-Dienste
- Roon Ready-kompatibel
- Aurender Conductor-Software-Suite
- Technischer Fernsupport über das Internet
- MQA Core Decoder-Upgrade verfügbar
Abmessungen und Gewicht
- Breite: 33,0 cm
- Tiefe: 35,6 cm
- Höhe: 9,7 cm
- Höhe ohne Füße: 8,4 cm
- Gewicht: 8,8 kg
Häufig gestellte Fragen
Ist ein externer Konverter zwingend erforderlich?
Ja. Der N200 verfügt weder über einen Wandler noch über einen Analogausgang: Er wird per USB oder Koaxialkabel an einen Wandler, einen Vollverstärker mit Digitaleingang oder einen Wandler-Vorverstärker angeschlossen. Ohne dieses Glied kommt kein Ton heraus.
Welche Dateiformate werden unterstützt?
DSD-Dateien im DSF- und DFF-Format sowie PCM in WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A und APE, unter anderem.
Kann man mit dem N200 CDs rippen?
Nein, auch mit einem externen Laufwerk ist keine Ripping-Funktion vorgesehen. Aurender behält diese Möglichkeit seinen Content-Servern ACS100 und ACS10 vor.
Was passiert, wenn man zwei Festplatten mit unterschiedlichen Kapazitäten installiert?
Die beiden Einschübe funktionieren unabhängig voneinander. Die Laufwerke müssen nicht gekoppelt werden, und eine SSD kann zusammen mit einer mechanischen Festplatte verwendet werden.
Kann der Bildschirm außerhalb des Critical-Listening-Modus ausgeschaltet werden?
Die Helligkeit und das Ausschalten des Bildschirms lassen sich in den Einstellungen der Conductor-App regeln, ohne den kritischen Hörmodus aktivieren zu müssen, der auch Hintergrundaufgaben beendet.
Unterstützt der N200 einen externen Taktgeber?
Nein, er verfügt über keinen 10-MHz-Takteingang. Diese Möglichkeit beginnt in der Produktreihe mit dem N20.
Wie erhält man einen optischen Ausgang?
Aurender bietet die Konverter UC100 und UT100 an, die den USB-Audioausgang in ein koaxiales oder optisches Signal umwandeln. Da der Koaxialausgang des N200 bereits vorhanden ist, betrifft der UT100 vor allem Konverter, die auf einen Toslink-Eingang beschränkt sind.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.









