Übersicht
Ein Netzwerk-Transportgerät wandelt das Signal nicht um: Seine einzige Aufgabe besteht darin, dem Wandler den möglichst saubersten digitalen Datenstrom zu liefern. Aurender führt diese Logik so weit, dass seine koaxialen, BNC- und AES/EBU-Ausgänge mit derselben Sorgfalt behandelt werden wie USB, während viele Transportgeräte sie als zweitrangig behandeln. Der N20 positioniert sich in der Mitte des digitalen Quellenportfolios der Marke und vereint nahezu die gesamte Hardware des Flaggschiffmodells N30SA in einem einzigen Gehäuse.
Ein Transportgerät, das nichts wandelt
Der N20 enthält keinen Wandler und besitzt keine analogen Ausgänge. Er wird an einen externen Digital-Analog-Wandler (DAC) angeschlossen, der die Umwandlung übernimmt, und sendet ihm das Signal über einen seiner digitalen Ausgänge: USB, AES/EBU, koaxiales RCA, koaxiales BNC oder optisches TosLink. Dieser Ansatz konzentriert die gesamte Entwicklung auf ein einziges Ziel: die Sauberkeit des digitalen Signals vor dem DAC.
Das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und misst 429 × 356 × 112 mm bei einem Gewicht von 13,5 kg. Auf der Front befindet sich ein 8,8-Zoll-IPS-Farbdisplay (1920 × 480 Pixel), das Albumcover, Künstlername und den aktuell wiedergegebenen Titel anzeigt.
Eine OCXO-Uhr für die S/PDIF-Ausgänge
Dies ist der Punkt, der den N20 von den darunter positionierten Modellen unterscheidet. Seine S/PDIF-Ausgänge (koaxiales RCA, koaxiales BNC, optisch) und AES/EBU werden von einer OCXO-Uhr gesteuert, einem Quarzoszillator, der in einem beheizten Gehäuse auf konstanter Temperatur gehalten wird. Bei USB gibt die Uhr des Wandlers den Takt der Wiedergabe vor; bei S/PDIF und AES/EBU hängt alles von der Uhr des Transportgeräts ab. Eine stabilere Uhr reduziert Jitter, jene Timing-Schwankungen, die das Signal beeinträchtigen, und sorgt für einen klareren, kontrollierteren Klang.
Der N200, direkt darunter im Sortiment, verzichtet auf diese Ausgangskarte mit OCXO-Uhr und beschränkt sich auf einen USB-Ausgang. Der N30SA darüber geht noch weiter, indem er die Audioausgänge in einem separaten Gehäuse isoliert. Der N20 übernimmt dieses Konzept in einem einzigen Gehäuse.
Ein Masterclock-Eingang ergänzt die Ausstattung: Eine BNC-Buchse mit 75 Ω akzeptiert ein externes Signal mit 10 MHz, 12,8 MHz oder 44,1 / 48 kHz, um den N20 mit einer Referenzuhr wie der MC20 von Aurender zu synchronisieren.
Bit-perfektes USB, überarbeitetes S/PDIF
Die beiden Ausgangsfamilien folgen nicht derselben Logik. Über USB bleibt der N20 bit-perfekt: Die Datei wird unverändert und ohne jegliche Verarbeitung bis zu 768 kHz / 32 Bit in PCM, nativem DSD512 und DSD256 via DoP ausgegeben. Dies ist der bevorzugte Weg mit einem Wandler, der DSD über USB akzeptiert.
Die S/PDIF- und AES/EBU-Ausgänge sind niedriger begrenzt, auf 192 kHz / 32 Bit in PCM und DSD64 via DoP, profitieren jedoch von der OCXO-Uhr und zwei optionalen Verarbeitungen. Der N20 kann Inhalte mit niedrigerer Auflösung ausschließlich an diesen Ausgängen auf bis zu 176,4 oder 192 kHz hochsampeln. Er wandelt außerdem DSD-Dateien (64, 128, 256 oder 512) in PCM mit 88,2 oder 176,4 kHz um, sodass DSD an einem Wandler wiedergegeben werden kann, der es über S/PDIF nicht unterstützt. Diese Umwandlung erfolgt über eine FPGA-Schaltung mit einem Filter aus mehreren Tausend Koeffizienten und nicht per Software.
Ein vom N30SA abgeleitetes Netzteil
Das hybride Netzteil des N20 dient als Grundlage für das des N30SA. Es liefert der digitalen Ausgangskarte sauberen Gleichstrom, während eine separate lineare Schaltung die nicht audiorelevanten Bereiche des Geräts versorgt: ein 50-W-Block für den Computerteil, zwei lineare 35-W-Blöcke für die Ausgangskarte. Der Prozessor ist ein energiesparender Intel-Quad-Core, der ausgewählt wurde, um die elektrischen Störungen zu begrenzen, die jede Rechenleistung erzeugt. Das Gerät verbraucht 40 W bei Wiedergabe, 70 W in der Spitze und 3,5 W im Standby.
Eine interne Superkondensator-USV übernimmt bei Stromausfall und gibt dem Gerät Zeit, ordnungsgemäß herunterzufahren, ohne eine chemische Batterie, die mit der Zeit ersetzt werden muss.
Wiedergabe aus dem Speicher, nicht aus dem Netzwerk
Der N20 spielt einen Titel niemals direkt aus dem Netzwerk oder vom Bibliothekslaufwerk ab. Er kopiert ihn zunächst in einen Halbleiterspeicher, eine 480-GB-NVMe-SSD, unterstützt von 8 GB Arbeitsspeicher, und liest ihn anschließend aus diesem Speicher. Das Bibliothekslaufwerk bleibt während des Hörens in Ruhe, und Schwankungen des Netzwerks oder eines NAS beeinträchtigen die Wiedergabe nicht mehr.
Der USB-Audioausgang ist physisch und elektrisch von der Prozessorplatine isoliert, der wichtigsten Störquelle bei dieser Art von Gerät. Ein kritischer Hörmodus schaltet Display, Tasten und für die Wiedergabe nicht erforderliche Hintergrundaufgaben ab, um den Störpegel weiter zu senken. Die Netzwerkverbindung erfolgt ausschließlich per Ethernet-Kabel, mit Gigabit und doppelter Transformatorisolation – eine kabelgebundene Verbindung, die stabiler als WLAN ist und vor Unterbrechungen geschützt ist.
Lokaler Speicher, Online-Quellen und Conductor
Zwei vom Benutzer zugängliche Schächte für 2,5-Zoll-Laufwerke können je nach Bedarf mit SSDs oder Festplatten bestückt oder für vollständig online erfolgendes Hören leer gelassen werden. Speicher wird somit nur bezahlt, wenn er benötigt wird. Zwei USB-3.0-Anschlüsse auf der Rückseite dienen zur Dateiübertragung von einem USB-Stick oder externen Laufwerk.
Bei den Dateien unterstützt der N20 DSD (DSF, DFF), WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A, APE und weitere gängige Formate. Die Steuerung erfolgt über die Aurender-Conductor-App auf iPad, iPhone oder Android-Gerät, die Zugriff auf Tidal, Qobuz und Internetradios bietet, mit Spotify Connect und AirPlay. Der N20 ist zudem Roon Ready. Eine MQA-Core-Decodierung ist weiterhin als optionales Upgrade verfügbar und kann über die App aktiviert werden.
Technische Daten
Allgemeines
- Typ: Hochauflösender Audio-Netzwerkstreamer
- Gehäuse: gefrästes Aluminium
- Abmessungen: ca. 429 × 356 × 112 mm
- Gewicht: ca. 13,5 kg
Digitale Ausgänge
- Dedizierter USB-Audio-Ausgang
- AES / EBU
- Koaxial RCA SPDIF
- Koaxial BNC SPDIF
- Optisch TosLink SPDIF
Taktung und Synchronisierung
- Audio-Taktgeber: hochpräziser OCXO
- Masterclock-Eingang: BNC 75 Ω, kompatibel mit 10 MHz, 12,8 MHz und 44,1 / 48 kHz
Audioleistung
- USB-Ausgang: bis zu 768 kHz / 32 Bit PCM, natives DSD512 und DSD256 über DoP
- SPDIF- und AES / EBU-Ausgänge: PCM bis zu 32 Bit / 192 kHz, DSD64 über DoP
- DSD-zu-PCM-Konvertierung: DSD64 / 128 / 256 / 512 zu PCM 88,2 oder 176,4 kHz
- PCM-Upsampling: bis zu 176,4 / 192 kHz an den SPDIF-Ausgängen
Formate und Kompatibilität
- Unterstützte Formate: DSD (DSF, DFF), WAV, FLAC, AIFF, ALAC, M4A, APE und andere wichtige Audioformate
- MQA-Kompatibilität: MQA Core Decoder-Upgrade verfügbar
Speicher und Arbeitsspeicher
- Interner Speicher: 2 Steckplätze für 2,5-Zoll-HDDs oder -SSDs zur Selbstinstallation
- System-SSD und Cache: 480 GB NVMe
- Arbeitsspeicher: 8 GB
Konnektivität und Verarbeitung
- USB-Datenanschlüsse: 2 × USB 3.0
- Netzwerk: doppelt isoliertes Gigabit Ethernet
- Prozessor: Intel Quad Core mit niedrigem Stromverbrauch
Stromversorgung
- Stromversorgung: Hybrid-Netzteil mit dedizierten linearen Schaltungen
- Integrierte USV: ja, über Superkondensatoren
- Leistungsaufnahme
- 40 W bei Wiedergabe
- 70 W Spitzenleistung
- 3,5 W im Standby
Schnittstelle und Steuerung
- Display: 8,8-Zoll-IPS-Farb-LCD, Auflösung 1920 × 480 Pixel
- Steuerungssoftware: Aurender Conductor
Häufig gestellte Fragen
Verbindet sich der N20 über WLAN?
Nein. Die Netzwerkverbindung erfolgt ausschließlich über ein Ethernet-Kabel, das stabiler als eine drahtlose Verbindung und vor Unterbrechungen geschützt ist. Ist in der Nähe des Systems keine Netzwerkbuchse verfügbar, kann ein Powerline-Adapter (Datenübertragung über das Stromnetz) oder ein WLAN-Repeater mit Ethernet-Anschluss das Signal bis zum N20 weiterleiten.
Kann der N20 CDs rippen?
Nein, er rippt keine Discs. Seine Bibliothek wird durch den Import von Dateien von einem NAS, einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte über die rückseitigen USB-3.0-Anschlüsse gefüllt. Um eine CD-Sammlung zu digitalisieren, benötigt man einen Computer oder Server, der das Auslesen übernimmt.
Kann man den N20 ohne Tablet oder Smartphone verwenden?
Die Steuerung erfolgt über die Aurender Conductor App für iOS und Android. Das Frontdisplay zeigt das Cover und die Wiedergabeinformationen an, für die Navigation in der Bibliothek und die Einstellungen ist jedoch die App erforderlich. Für den Betrieb ist daher ein iPad, iPhone oder Android-Gerät notwendig.
Wozu dient der Master-Clock-Eingang?
Der BNC-Anschluss mit 75 Ω akzeptiert das Signal einer externen Referenzuhr, wie der MC20 von Aurender, mit 10 MHz, 12,8 MHz oder 44,1 / 48 kHz. In einem bereits um eine Masterclock aufgebauten System synchronisiert sich der N20 mit dieser statt mit seiner internen OCXO-Uhr. Ohne eine solche Installation übernimmt die interne Uhr diese Aufgabe allein.
Welche Speicherkapazität kann installiert werden, und ist eine SSD erforderlich?
Beide Einschübe unterstützen 2,5-Zoll-Laufwerke, SSDs oder Festplatten, mit bis zu 8 TB pro Laufwerk bzw. 16 TB insgesamt. Die Laufwerke sind nicht im Lieferumfang enthalten: Der Speicher wird je nach Bedarf ausgewählt und installiert, und die Einschübe können für reines Streaming leer bleiben.
Ist die MQA-Dekodierung standardmäßig aktiviert?
Nein. Der MQA-Core-Decoder wird als optionales Upgrade angeboten und kann über die Conductor-App aktiviert werden. Für andere hochauflösende Formate kommt er nicht zum Einsatz, da der N20 diese von Haus aus unterstützt.
Welchen Ausgang soll ich an meinen Konverter anschließen?
Das hängt vom DAC ab. Der USB-Ausgang bleibt bitperfekt und unterstützt bis zu DSD512, was für einen USB-kompatiblen DSD-Wandler geeignet ist. Die AES/EBU-, koaxialen und optischen Ausgänge profitieren vom OCXO-Taktgeber und sind hilfreich bei einem DAC mit weniger ausgereiftem USB-Eingang oder wenn man bei PCM bis 192 kHz bleibt. Der N20 versorgt alle seine Ausgänge gleichzeitig: Man kann zwei Verbindungen anschließen und am Wandler umschalten, um sie im Hörvergleich gegenüberzustellen.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.







