Übersicht
Bei T+A in Herford steht die Entwicklung von Elektronik im Mittelpunkt, und dieser riemengetriebene Plattenspieler zeigt das: Für den Gleichlauf sorgt ein Prozessor, der den Motor steuert, und nicht allein die Masse des Plattentellers. Er tritt die Nachfolge des G 1260 R an und übernimmt das Aluminiumdesign der R-Serie. Er wird mit einem bereits eingestellten Carbon-Tonarm und einem Moving-Coil-Tonabnehmer geliefert und kann mit einem integrierten Phono-Vorverstärker ausgestattet werden.
Ein prozessorgeregelter Synchronmotor
Der Plattenteller wird über einen präzisionsgeschliffenen Gummiriemen angetrieben, der um die gefräste Riemenscheibe eines quarzgesteuerten Synchronmotors gespannt ist. Bei diesem klassischen Aufbau bleiben normalerweise kleine Unregelmäßigkeiten bestehen: leichte Ruckbewegungen des Motors sowie eine Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Netzfrequenz und -spannung. Beim G 2000 R formt ein digitaler Signalprozessor (DSP) kontinuierlich den Verlauf der Spannung, die an die Motorspulen angelegt wird. Dadurch läuft der Motor unabhängig von der Qualität des zugeführten Stroms ohne Ruckeln. Die Gleichlaufschwankungen, also jene Geschwindigkeitsschwankungen, die die Tonhöhe schwanken lassen, betragen ± 0,02 % und liegen damit deutlich unter dem, was das Gehör bei einem gehaltenen Klavierton wahrnimmt.
Dieselbe Elektronik steuert den Anlauf. Das Drehmoment des Motors steigt allmählich an, um den 3,8 kg schweren Plattenteller sanft in Bewegung zu setzen. Die Geschwindigkeitstaste bleibt während des Hochlaufens rot und wechselt zu Weiß, sobald die Nenndrehzahl erreicht ist. Der Wechsel von 33 ⅓ auf 45 U/min erfolgt mit einem einfachen Tastendruck, ohne den Riemen von Hand umlegen zu müssen. Ein erneuter Druck auf die leuchtende Taste bremst den Plattenteller aktiv bis zum Stillstand ab.
Massives MDF-Chassis und entkoppelter Plattenteller
Die gesamte Mechanik ist in einem massiven MDF-Gehäuse untergebracht, einem Material mit guten schwingungsdämpfenden Eigenschaften, das seinerseits auf vier Dämpfern steht. Die äußeren Aluminiumteile sind in Sandwichbauweise ausgeführt, und die Aluminiumabdeckung ist mit dem Gehäuse verklebt statt lediglich verschraubt: Sie kann daher nicht wie ein Blech frei schwingen. Der Rumpelabstand von 82 dB spiegelt diesen Aufwand wider. Rumpeln bezeichnet das tieffrequente Geräusch, das die Mechanik (Motor, Lager) auf die Abtastnadel überträgt; je größer der Abstand, desto weiter bleibt dieses Geräusch unterhalb der Musik.
Der Plattenteller aus Aluminiumdruckguss wird präzise abgedreht und anschließend auf einen inneren Subteller aus Zink gesetzt. Die große Kontaktfläche zwischen beiden Teilen hemmt die Ausbreitung von Schwingungen. Dieser Subteller wird nach dem Einpressen der Achse auf einer CNC-Maschine nachbearbeitet, damit die gesamte Einheit absolut rund läuft. Die gehärtete und polierte Stahlachse dreht sich in einer Messingbuchse mit einer Toleranz von 5 µm. Darüber dämpft eine dicke Matte aus weichem Silikonkautschuk die letzten Resonanzen und schont die Oberfläche der Schallplatten.
Clearaudio-Carbon-Tonarm und MC 2-Tonabnehmer
Diese Version ist mit einem von T+A modifizierten Carbon-Tonarm von Clearaudio und dem Tonabnehmer MC 2 ausgestattet. Bei einem Moving-Coil-Tonabnehmer (MC) bewegen sich winzige Spulen im Feld eines feststehenden Magneten. Die bewegte Einheit ist leicht, was eine feine Abtastung begünstigt, doch die erzeugte Spannung ist gering: 0,75 mV, also um ein Mehrfaches niedriger als bei einem üblichen Moving-Magnet-Tonabnehmer.
Die Micro Line-Abtastnadel hat ein feines, längliches Profil. Sie liegt über eine größere Höhe an den Rillenflanken an als eine konische oder elliptische Abtastnadel und folgt den eng beieinanderliegenden Auslenkungen hoher Frequenzen sowie der letzten Titel einer Plattenseite besser. Der Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 45 kHz bei −3 dB, und die Kanaltrennung erreicht 30 dB bei 1 kHz. Die Nadelnachgiebigkeit von 9 µm/mN steht für eine mäßig weiche Aufhängung, einen für MC-Systeme üblichen Wert. Die Auflagekraft beträgt 2 g.
Der Tonabnehmer wird im Werk nach der Baerwald-Methode montiert und ausgerichtet, die den Spurfehlwinkel über die gesamte Plattenfläche begrenzt. Lediglich das Gegengewicht, das zum Schutz der Lager während des Transports abgenommen wird, muss hinten am Tonarm angeschraubt werden. Sobald der Tonarm ausbalanciert ist, erhöht jede Umdrehung nach vorn die Auflagekraft um 0,5 g: Vier Umdrehungen ergeben somit die 2 g für den MC 2. Das Antiskating wird über eine Schraube am Tonarmfuß eingestellt, und ein Tonarmlift ermöglicht es, die Abtastnadel ohne ruckartige Bewegung abzusenken.
Ein Phono-Vorverstärker im Plattenspieler
Der empfohlene Vorverstärker ist das Modul PHE-G R MC, das im Chassis des Plattenspielers installiert wird. Das Signal von 0,75 mV wird dort wenige Zentimeter vom Tonabnehmer entfernt verstärkt und entzerrt, noch vor jedem Verbindungskabel. Die RIAA-Entzerrung stellt das Gleichgewicht zwischen Bässen und Höhen wieder her, das beim Schneiden der Schallplatte bewusst verändert wird. Dieses Modul wird ausschließlich im Werk eingebaut: Es muss daher bei der Bestellung gewählt werden, als MC-Version (PHE-R MC) oder MM-Version (PHE-R MM).
Mit dem Modul werden die Cinch-Ausgänge wie bei einem CD-Spieler an einen Line-Eingang des Verstärkers angeschlossen. Ohne Modul werden sie mit einem MC-Phono-Eingang verbunden, und die Masseklemme GND wird an den Verstärker angeschlossen. Das MC-Modul lässt sich über Mikroschalter einstellen, die durch Öffnungen im Boden zugänglich sind. Die Impedanz reicht von 15 bis 650 Ω und die Empfindlichkeit von 100 bis 2 000 µV. Es ist werkseitig auf den MC 2 und dessen Abschlussimpedanz von 100 Ω eingestellt. Diese Einstellungen werden daher nur bei einem Wechsel des Tonabnehmers benötigt, erfordern dann jedoch Zugang zur Unterseite eines 14 kg schweren Plattenspielers.
Steuerung mit der Elektronik der R-Serie
Die R2-Link-Verbindung, deren Kabel mitgeliefert wird, verbindet den G 2000 R mit den Vollverstärkern PA 2000 R und PA 2500 R. Die Auswahl des Phono-Eingangs (IN 4) am Verstärker schaltet den Plattenspieler ein. Umgekehrt schaltet ein Druck auf die Einschalttaste des Plattenspielers den Verstärker ein, wobei bereits die richtige Quelle ausgewählt ist. Beim Ausschalten der Anlage wird auch der Plattenspieler ausgeschaltet. Mit einem Verstärker einer anderen Marke lässt sich der G 2000 R ganz normal über seine eigene Einschalttaste verwenden. Seine Leistungsaufnahme im Standby bleibt unter 0,5 W.
Das Chassis ist 8,2 cm hoch (16 cm mit Tonarm) und hat eine Stellfläche von 46 × 38 cm. Wie die anderen Komponenten der Serie ist es mit gebürstetem, eloxiertem Aluminium in Silber oder Schwarz verkleidet.
Eine Inbetriebnahme, die etwas Geduld erfordert
Das Lager wird bei der Installation mit einer exakt dosierten Ölspritze geschmiert, die vollständig in die Lageraufnahme entleert werden muss. Das Spiel zwischen Achse und Lagerbuchse ist so gering, dass es bis zu dreißig Minuten dauern kann, bis die Achse vollständig abgesunken ist und die Luft entweichen konnte. Anschließend wird der Riemen um die Riemenscheibe des Motors und das Antriebsrad gelegt, ohne ihn dabei mit öligen Fingern zu berühren.
Der Plattenspieler benötigt eine stabile, waagerechte Unterlage; Stein, Glas oder Metall sind geeignet. Außerdem sollten rundherum etwa 10 cm frei bleiben. Er wird an eine geerdete Steckdose angeschlossen. Um Störungen möglichst gering zu halten, muss die Netzphase am Kontakt anliegen, der an der Gerätebuchse mit einem Punkt gekennzeichnet ist. Die Verpackung enthält das Cinch-Kabel, das Netzkabel, das R2-Link-Kabel und das Lageröl.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Konstruktion und Antrieb
- Typ: High-End-Plattenspieler mit Riemenantrieb
- Schweres Chassis mit Absorption von Strukturschwingungen und Resonanzisolierung
- Quarzgesteuerter Synchronmotor mit Optimierung durch digitale Signalverarbeitung (DSP)
- Plattenteller aus Aluminiumdruckguss
- Masse: 3,8 kg
- Matte aus Silikonkautschuk
- Lager: Achse aus gehärtetem und poliertem Stahl, Messinglagerbuchse mit enger Toleranz
Drehzahlen und Gleichlaufleistung
- Drehzahlen: 33 ⅓ und 45 U/min, elektronische Auswahl
- Gleichlaufschwankungen: ± 0,02 %
- Rumpelabstand: 82 dB
Tonabnehmer und Abtastung
- Tonabnehmer: MC 2 mit beweglicher Spule
- Ausgangsspannung: 0,75 mV
- Kanaltrennung: 30 dB bei 1 kHz
- Frequenzgang: 20 Hz – 45 kHz (−3 dB)
- Lastimpedanz: 100 Ω
- Nadelnachgiebigkeit: 9 µm/mN
- Diamanttyp: Micro Line
- Auflagekraft: 20 mN (2 g)
- Tonabnehmermasse: 8 g
Phono-Vorverstärkung
- Empfohlener Phono-Vorverstärker: PHE-G R MC
- Optionales Phonomodul: PHE-R MM oder PHE-R MC, Einbau nur ab Werk
Steuerung und Automatisierung
- Steuerschnittstelle: R2-Link
- Automatisches Einschalten: über einen kompatiblen Verstärker
Stromversorgung und Verbrauch
- Stromversorgung: 100 – 240 V, 50 – 60 Hz
- Maximale Leistung: 40 W
- Standby-Verbrauch: < 0,5 W
Abmessungen und Gewicht
- Chassisabmessungen (H × B × T): 8,2 × 46 × 38 cm
- Gesamtabmessungen (H × B × T): 16 × 46 × 38 cm
- Gewicht: 14 kg
Häufig gestellte Fragen
Spielt die G 2000 R Schallplatten mit 78 U/min ab?
Nein, sie läuft nur mit 33 ⅓ und 45 U/min. 78er-Schallplatten erfordern eine dritte Geschwindigkeit und in der Praxis einen Abtastdiamanten mit größerem Radius als der Micro Line der MC 2.
Kann der integrierte Phono-Vorverstärker nach dem Kauf nachgerüstet werden?
Nein, das PHE-R-Modul wird ausschließlich ab Werk eingebaut. Ein ohne Modul bestellter Plattenspieler wird an einen Phono-Eingang angeschlossen, der für einen MC-Tonabnehmer mit 0,75 mV geeignet ist, oder an einen externen Phono-Vorverstärker.
Ist eine Abdeckhaube vorgesehen?
Die zur Plattenspieler passende Abdeckhaube H 2000 gehört zum separat angebotenen Zubehör. Sie muss während des Hörens abgenommen werden.
Kann man einen anderen Tonabnehmer als den MC 2 montieren?
Ja. Der Tonabnehmer wird mit zwei Schrauben in den Langlöchern des Tonarmkopfs befestigt, und die Kabel werden nach einem Farbcode angeschlossen: Blau für die linke Masse, Weiß für das linke Signal, Grün für die rechte Masse, Rot für das rechte Signal. Anschließend müssen die Balance, die Auflagekraft und die Ausrichtung neu eingestellt und die Mikroschalter des Phonomoduls an den neuen Tonabnehmer angepasst werden. Die G 2000 R ist auch ohne Tonarm und Tonabnehmer erhältlich, wenn man seine eigene Kombination installieren möchte.
Wie pflegt man die Mechanik?
Wenn der Ton zu schwanken beginnt, sind drei mögliche Ursachen zu prüfen: ein Lager mit zu wenig Öl, ein verschlissener Riemen, der ersetzt werden muss, oder ein mit Öl verschmutzter Riemen. Im letzteren Fall reinigt man den Riemen, die Riemenscheiben und den Rand des Plattentellers mit einem mit Brennspiritus getränkten Tuch. Die Außenflächen werden mit einem weichen, trockenen Tuch ohne Lösungsmittel abgewischt.
Welches Zubehör verbessert die Nutzung im Alltag?
T+A bietet die Bürste PB 10, mit der sich vor jedem Hören Staub entfernen lässt, und das Plattengewicht AG 10, das eine leicht verwellte Schallplatte besser gegen die Plattentellermatte drückt. Die Netzkabel Power Three und die mit einer Phasenanzeige ausgestattete Steckdosenleiste Power Bar vervollständigen die Anlage.
Was tun, wenn die Lautsprecher brummen?
Dieses Brummen entsteht meist durch eine fehlende Erdung. Zunächst muss überprüft werden, ob der Plattenspieler und der Verstärker an geerdete Steckdosen angeschlossen sind. Anschließend muss ein Massekabel zwischen der GND-Klemme des Plattenspielers und der des Verstärkers angebracht werden.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.


