Stereo-Vorverstärker und DAC der Serie 9000
Acht Jahre nach der Endstufe 8300XP kehrt Audiolab mit einem Vorverstärker zu getrennten Komponenten zurück, der nicht einfach die Vorverstärkersektion des Vollverstärkers 9000A übernimmt. Digitalwandlung, Phono-Eingang, Kopfhörerausgang und Klangregelung finden in einem 9 cm hohen Aluminiumgehäuse Platz, das über ein Farbdisplay bedient wird. Er bildet ein Duo mit der Endstufe 9000P, steuert aber ebenso gut eine andere Stereo-Endstufe an.
Auf Basis des 9000A neu entwickelte Elektronik
Jan Ertner, der für die Entwicklung der gesamten Serie 9000 verantwortlich ist, hat die Arbeit von Grund auf neu begonnen, statt den Vorverstärker aus dem Vollverstärker zu übernehmen. Der Transformator wird nach Maß gefertigt und ist so dimensioniert, dass er mehr Strom als der des 9000A liefert. Das Netzteil erhält eine von den Netzfiltern DC Block der Marke abgeleitete Netzfilterung, die Gleichstromanteile und Störungen im Stromnetz beseitigt.
Die Lautstärkeregelung bleibt analog und arbeitet mit vier Kanälen: Jeder Stereokanal durchläuft zwei Signalzweige, einen pro Phase der symmetrischen Verbindung, und die Lautstärke wird auf allen vier gleichzeitig geregelt. Dies ermöglicht einen vollständig symmetrischen Signalweg vom XLR-Eingang bis zum XLR-Ausgang, ohne zwischenzeitliche Umwandlung in ein unsymmetrisches Signal. Ein Direktmodus verkürzt den Signalweg weiter, sodass zwischen Eingang und Ausgang nur die Lautstärkeregelung verbleibt. Die Messwerte passen dazu: Signal-Rausch-Abstand über 113 dB über RCA und 117 dB über XLR im Direktmodus, harmonische Verzerrungen unter 0,001 %, Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz bei ±0,1 dB.
Ein ES9038PRO-Wandler bis DSD512
Die Digitalsektion basiert auf dem ES9038PRO, dem Achtkanal-Chip an der Spitze der Sabre-Reihe von ESS. Audiolab ergänzt ihn um eigene Schaltungen, um die HyperStream II-Modulation und die integrierte Jitter-Unterdrückung zu nutzen. Letztere korrigiert kleine Taktunregelmäßigkeiten im eingehenden Digitaldatenstrom, die zu Unschärfen in den Höhen und der Stereoabbildung führen.
Über den USB-Eingang überträgt ein Computer PCM mit bis zu 768 kHz und DSD bis DSD512, womit sich auch anspruchsvollste hochauflösende Dateien wiedergeben lassen. Die beiden koaxialen und die beiden optischen Eingänge unterstützen bis zu 192 kHz bei 24 Bit und nehmen einen Fernseher, eine Konsole, einen Netzwerkplayer oder das CD-Laufwerk 9000CDT auf. Eine Hochabtastung lässt sich im Menü aktivieren. Bluetooth 5.1 ergänzt die Ausstattung mit den Codecs aptX, aptX HD und LDAC. Letzterer überträgt deutlich mehr Informationen als der grundlegende SBC-Codec und ermöglicht eine hochwertige gelegentliche Wiedergabe vom Smartphone.
MM-Phono und Klangregelung zur Anpassung an den Raum
Der Phono-Eingang verwendet eine neue einstufige Class-A-Schaltung mit einer Empfindlichkeit von 4,5 mV, die auf Moving-Magnet-Tonabnehmer (MM) abgestimmt ist, den am weitesten verbreiteten Typ bei Plattenspielern. Moving-Coil-Tonabnehmer (MC), die eine deutlich niedrigere Spannung liefern, benötigen einen Übertrager oder einen externen Phono-Vorverstärker, der an einen Line-Eingang angeschlossen wird.
Neu gegenüber dem 9000A ist die Bass- und Höhenregelung, die sich im Menü von -6 bis +6 dB in Schritten von 2 dB einstellen lässt. Sie dient dazu, einen Raum mit überbetontem Bassbereich oder etwas zu hell klingende Lautsprecher auszugleichen, und lässt sich mit einem Handgriff deaktivieren. Dasselbe Menü bietet Zugriff auf die Balance und die Empfindlichkeitseinstellung für jeden Eingang, die den Pegel der verschiedenen Quellen angleicht, um einen Lautstärkesprung beim Wechsel vom Plattenspieler zum CD-Player zu vermeiden.
Drei variable Ausgänge für den Ausbau der Anlage
Auf der Rückseite liefern zwei Paar RCA-Ausgänge und ein XLR-Ausgang ein Signal mit variablem Pegel. Sie sind elektrisch voneinander isoliert und arbeiten gleichzeitig, was Bi-Amping, den Anschluss eines Subwoofers oder die Ansteuerung zweier Endstufen ermöglicht. Ein Ausgang mit festem Pegel versorgt unabhängig von der Lautstärke ein Aufnahmegerät oder einen externen Kopfhörerverstärker.
Die drei analogen Line-Eingänge und der symmetrische XLR-Eingang ergänzen den Phono-Eingang für klassische Quellen. Zwei 12-V-Trigger-Ausgänge schalten angeschlossene Geräte, allen voran den 9000N und den 9000CDT, gemeinsam mit dem Vorverstärker aus der Ferne ein und aus. Die Ausgangsimpedanz bleibt mit 120 Ω niedrig und erlaubt ohne hörbare Verluste lange Verbindungen zu einer weiter entfernt aufgestellten Endstufe.
Ein Kopfhörerverstärker mit Stromgegenkopplung
Der Kopfhörerausgang ist kein einfacher Abgriff am Line-Ausgang: Er verfügt über eine eigene Stufe mit Stromgegenkopplung. Diese Schaltungsart reagiert sehr schnell auf Signaländerungen (hohe Anstiegsgeschwindigkeit) und bewahrt eine große Bandbreite, zwei nützliche Eigenschaften für Transienten und die Erweiterung des Hochtonbereichs.
Seine sehr niedrige Ausgangsimpedanz von 2,35 Ω verhindert, dass sich der Frequenzgang je nach angeschlossenem Kopfhörer verändert, und der Lastbereich reicht von 20 bis 600 Ω. Das deckt sowohl empfindliche mobile Kopfhörer als auch hochohmige Studiomodelle ab, bei Verzerrungen unter 0,01 % bei 50 mW.
Farbdisplay, Pegelanzeige und zwei Drehregler an der Front
Die Front übernimmt das Design der anderen Komponenten der Serie und ähnelt stark der des Netzwerkplayers 9000N: zwei Drehregler, ein links angeordnetes 4,3-Zoll-IPS-Display mit 800 × 480 Pixeln und klare Linien in einem Aluminiumgehäuse mit voller Breite (444 mm). Das Display zeigt die Quelle und die Einstellungen an und kann auf eine analoge oder digitale Pegelanzeige umgeschaltet werden, die den Pegel jedes Kanals in Echtzeit verfolgt. Die Helligkeit lässt sich einstellen, und für das Hören im Dunkeln kann es vollständig ausgeschaltet werden.
Das Menü verwaltet auch den automatischen Standby-Modus und die Lautstärkebegrenzung beim Einschalten, eine Vorsichtsmaßnahme, die verhindert, dass die Anlage wieder mit dem Pegel des Vorabends startet. Der 9000Q ist in Schwarz oder Silber erhältlich und lässt sich über die mitgelieferte Fernbedienung steuern.
Technische Daten
Vorverstärker und Digital-Analog-Wandlung
- Digital-Analog-Wandler: ES9038Pro, bietet eine hervorragende Wandlungsqualität
- Eingangsempfindlichkeit:
- Line: 1 V effektiv
- XLR: 2 V effektiv
- Phono mit Moving-Magnet-Tonabnehmer (MM): 4,5 mV
- Gesamtklirrfaktor
- Frequenzbereich: 20 Hz - kHz 20
- Ausgangsimpedanz: 120 Ω
- Maximale Abtastrate:
- Optische und koaxiale Eingänge: 192 kHz
- USB-Eingang für Computer: PCM 786 kHz, DSD512
- Signal-Rausch-Verhältnis:
- RCA: > 113 dB
- XLR: > 117 dB
Kopfhörerverstärker
- Gesamtklirrfaktor
- Ausgangsimpedanz: 2,35 Ω
- Lastimpedanz: 20 bis 600 Ω
Anschlüsse
- Sehr flexible Anschlussmöglichkeiten des Vorverstärkers
- Eingänge: 3 analoge, 1 Phono, 2 koaxiale, 2 optische, 1 Bluetooth, 1 USB für Computer
- Ausgänge: 2 RCA, 1 XLR, 1 Kopfhörer, 2 Trigger-Ausgänge 12 V
Mitgeliefertes Zubehör
- Bedienungsanleitung
- Netzkabel
- Fernbedienung
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (Tiefe × Breite × Höhe): 328 mm × 444 mm × 90 mm
- Gewicht: 6,2 kg
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert der 9000Q mit einem anderen Leistungsverstärker als dem 9000P?
Ja. Die RCA- und XLR-Ausgänge liefern ein Signal mit Standard-Line-Pegel, das mit jeder Stereo-Endstufe oder jedem Paar Mono-Endstufen kompatibel ist. Der 9000P bleibt hinsichtlich Optik, Abmessungen und gemeinsamer 12-V-Triggerschaltung die stimmigste Kombination.
Kann man zwei 9000P-Verstärker miteinander verbinden?
Ja, und zwar auf zwei Arten. Im Brückenbetrieb wird jeder 9000P zu einem Monoblock, dessen Leistung von 100 W pro Kanal im Stereobetrieb auf 300 W an 8 Ω steigt: Der 9000Q versorgt dann beide Endstufen, eine pro Lautsprecher. Die andere Möglichkeit besteht darin, Lautsprecher mit doppelten Anschlussklemmen im Bi-Amping zu betreiben, wobei ein 9000P den Tieftonbereich und der andere den Mittel-Hochtonbereich übernimmt, dank der gleichzeitig nutzbaren Ausgänge des Vorverstärkers.
Kann der 9000Q Musik streamen?
Nein, er verfügt über keine Netzwerkverbindung. Streaming erfolgt über einen Netzwerkplayer, der per Koaxial-, optischem oder USB-Kabel angeschlossen wird: Der 9000N aus derselben Serie eignet sich direkt dafür und nutzt dann den Wandler des 9000Q. Bluetooth steht weiterhin für die schnelle Wiedergabe über ein Smartphone zur Verfügung.
Wie lässt es sich in ein Heimkinosystem integrieren?
Der AUX 3-Eingang lässt sich im Modus „AV Direct“ konfigurieren. Er nimmt das Vorverstärkersignal eines AV-Receivers oder Heimkinoprozessors entgegen, der dann die Lautstärkeregelung übernimmt: Der 9000Q leitet das Signal mit fester Verstärkung an die Endstufe weiter, und die Frontlautsprecher lassen sich sowohl für Musik als auch für Filme nutzen, ohne die Lautstärke doppelt regeln zu müssen.
Was ist im Karton enthalten?
Der Vorverstärker wird mit Fernbedienung, Netzkabel, Bedienungsanleitung und Bluetooth-Antennen zum Anschrauben an der Rückseite geliefert.
Wie viel Platz sollte man in einem Hi-Fi-Möbel einplanen?
Das Gehäuse ist 444 mm breit, 328 mm tief und 90 mm hoch und wiegt 6,2 kg. Dank seiner Standardbreite lässt es sich ordentlich mit den anderen Komponenten der Serie 9000 stapeln oder auf einem Regalboden eines klassischen Hi-Fi-Möbels unterbringen.
- Öko-Beitrag von 0,75 € im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN: 6976522463637












