Übersicht
Die zweite Generation der Orchestra Slim ist eine Weiterentwicklung des Vorgängermodells. Sie integriert eine modifizierte Weiche und eine verstärkte Tiefmitteltonmembran mit Kevlar und Bambus, was die Abbildung der Klangbühne und die Trennung der Frequenzbereiche beeinflusst. In Neuss, Deutschland, entworfen, ist dieser 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher mit AMT-Hochtöner für Räume bis zu 30 m² geeignet und bewahrt dabei kompakte Abmessungen und eine hochwertige Verarbeitung.
Eine Verbundmembran, die den Unterschied macht
Der Tiefmitteltöner der Orchestra Slim Gen.2 setzt auf einen ungewöhnlichen Aufbau. Seine 5,25-Zoll-Membran (13,3 cm) kombiniert Papier, Bambus und Kevlarfasern in einer Verbundstruktur, die darauf abzielt, die Steifigkeit zu optimieren und gleichzeitig störende Resonanzen zu begrenzen. Diese Kombination ist kein bloßes kosmetisches Add-on: Kevlar sorgt für mechanische Festigkeit, die Verformungen bei schnellen Bewegungen minimiert, während Bambus durch sein geringes Gewicht die Agilität fördert. Papier wiederum trägt zur inneren Dämpfung bei und prägt die tonale Färbung des Lautsprechers.
Diese dreischichtige Struktur reduziert wirksam unerwünschte Vibrationen, die die Klarheit der Musikwiedergabe beeinträchtigen können – insbesondere im Mitteltonbereich, in dem sich die meisten menschlichen Stimmen bewegen. Die Membran ist in ein Druckgusschassis eingesetzt, was selbst bei starker Beanspruchung für erhöhte mechanische Stabilität sorgt. Das Ergebnis ist eine Mitteltonwiedergabe mit höherer Definition und verbesserter Lesbarkeit instrumentaler und vokaler Texturen.
Im Vergleich zur ersten Generation bietet diese optimierte Membran eine linearere Frequenzantwort im unteren Spektrum. Frequenzschwankungen werden abgeschwächt, was sich in einer besseren Homogenität zwischen Bass und Mitten äußert. Die Übergabe an den AMT-Hochtöner erfolgt bei 2800 Hz – eine Trennfrequenz, die so gewählt wurde, dass der Tiefmitteltöner nicht in einem Bereich arbeiten muss, in dem seine Richtwirkung nachlässt.
Das rückwärtige, röhrenförmige Bassreflexrohr ermöglicht eine Erweiterung des Tieftonbereichs bis 45 Hz (-6 dB). Ein Schaumstoffstopfen liegt bei, um die Wirkung des Reflexkanals je nach Wandnähe zu modulieren. Diese Option ist hilfreich, wenn die Lautsprecher nahe an einer Wand stehen, was durch Kopplungseffekte den Bass überbetonen kann. Durch teilweises Verschließen des Reflexkanals lässt sich dieser Effekt reduzieren, ohne eine zufriedenstellende Tiefbass-Erweiterung einzubüßen.
Der AMT-Hochtöner: ein Erbe der 1970er, neu interpretiert
Der in der Orchestra Slim Gen.2 verbaute Air Motion Transformer basiert auf einer Technologie, die Ende der 1970er-Jahre vom Physiker Oskar Heil entwickelt wurde. Im Gegensatz zu konventionellen Kalottenhochtönern mit Vor- und Rückwärtsbewegung nutzt der AMT eine gefaltete Membran, die wie ein Balg arbeitet. Diese Membran aus Polyesterfilm (PET) wird von einer eingeätzten Aluminium-Leiterbahn durchzogen. Wenn ein elektrisches Signal durch diese Leiterbahn fließt, komprimiert und dehnt sich die Membran seitlich aus und erzeugt eine Luftverschiebung nach dem Pumpprinzip.
Der Vorteil dieser Konstruktion liegt im Verhältnis zwischen effektiver Strahlungsfläche und dem Platzbedarf des Wandlers. Ein 25 mm breites AMT-Band bietet eine effektive Strahlungsfläche, die mit der eines dynamischen 200-mm-Konus vergleichbar ist. Im Fall der Orchestra Slim Gen.2 erreicht die Fläche der gefalteten Membran rund 85 cm². Diese große Fläche ermöglicht es, mehr Luft zu bewegen, ohne dass die Membran weit auslenken muss – das begrenzt Verzerrungen und verbessert die Impulsantwort.
Die Geschwindigkeit, mit der die Luft von der Membran ausgestoßen wird, ist etwa fünfmal höher als die Bewegung des Wandlers selbst – daher die Bezeichnung „Air Motion Transformer“. Diese Eigenschaft begünstigt eine detaillierte Hochtonreproduktion mit der Fähigkeit, schnelle Transienten ohne Nachschwingen wiederzugeben. Der Hochtöner ist in einen Waveguide integriert, der die Abstrahlung kontrolliert und die akustische Ankopplung an den Raum optimiert. Dieser Leitkörper trägt zur Stabilität der Klangbühne und zu einer erweiterten Winkelabdeckung bei.
Der Antrieb des Hochtöners verwendet einen Neodym-Magneten, der bei kompakten Abmessungen eine hohe Flussdichte bietet. Diese Konfiguration sorgt für hohe Effizienz bei niedrigen Verzerrungen. Die Frequenzextension reicht bis 32 kHz – weit über die Hörgrenze des Menschen hinaus – und stellt sicher, dass der nutzbare Bereich (bis 20 kHz) ohne Einbrüche oder vorzeitige Abschwächung wiedergegeben wird.
Neu abgestimmte Weiche für höhere Kohärenz
Die wichtigste akustische Weiterentwicklung dieser zweiten Generation liegt in der passiven Weiche, die den Übergang zwischen Tiefmittelton und Hochton steuert. Diese Weiche, auch Crossover genannt, bestimmt, wie die Frequenzen zwischen den beiden Wandlern aufgeteilt werden. Eine sorgfältige Auslegung ist entscheidend, um eine phasenstimmige Wiedergabe zu erreichen und Einbrüche oder Überhöhungen in der Gesamtfrequenzkurve zu vermeiden.
Die neue Weiche der Orchestra Slim Gen.2 verfeinert den Übergang rund um die Trennfrequenz von 2800 Hz. Diese Optimierung äußert sich in einer besseren tonalen Homogenität zwischen Mitten und Höhen und reduziert Zeitversätze, die wahrnehmbare Artefakte erzeugen können – insbesondere bei Stimmen. Die Stimmabbildung gewinnt an Klarheit und Fokus, was die Ortung von Schallquellen im Stereoraum erleichtert.
Diese Weichenverbesserung trägt zudem zu einer erweiterten Bühne bei. Die kontrollierte Abstrahlung des AMT-Hochtöners und die beherrschte Richtwirkung des Tiefmitteltöners schaffen eine Klangbühne, die physisch über die Lautsprecher hinausreicht. Instrumente positionieren sich präziser, und die Tiefenstaffelung nimmt zu. Diese Qualitäten treten besonders bei akustischen Aufnahmen zutage, in denen die Raumabbildung eine entscheidende Rolle für die Atmosphäre spielt.
Die in der Weiche verwendeten Bauteile werden aufgrund ihrer thermischen Stabilität und Linearität ausgewählt. Diese Detailtreue stellt sicher, dass die akustischen Eigenschaften selbst bei hohen oder langen Pegeln stabil bleiben. Hochwertige Schraubklemmen gewährleisten eine optimale Signalübertragung und nehmen auch Kabel mit größerem Querschnitt auf, was den Anschluss an unterschiedlichste Verstärker erleichtert.
Eine natürliche Ergänzung zu Sonoro-Verstärkern
Die Orchestra Slim Gen.2 wurde speziell für die Kombination mit den Verstärkern Maestro und Maestro Quantum von Sonoro entwickelt. Diese All-in-one-Geräte integrieren Netzwerkspieler, CD-Laufwerk, zahlreiche Eingänge und Class-D-Verstärkung. Der Maestro Quantum liefert 2 x 180 Watt an 4 Ohm – mehr als ausreichend, um die Fähigkeiten der Orchestra Slim auszuschöpfen. Diese Leistung ermöglicht komfortable Pegel in Räumen bis 30 m², ohne den Verstärker zu überfordern.
Die optische Abstimmung zwischen Lautsprechern und Maestro-Verstärkern ist dank identischer Oberflächen gelungen. Die matten Farbvarianten Schwarz und Weiß mit silbernen Details finden sich in der gesamten Produktlinie wieder, sodass ein ästhetisch stimmiges System entsteht. Diese visuelle Kontinuität kommt Nutzern entgegen, die Wert auf eine harmonische Integration ins Interieur legen und Stilbrüche beim Mix unterschiedlicher Marken vermeiden möchten.
Akustisch sind die Equalizer-Voreinstellungen des Maestro Quantum auf die Lautsprecher der Orchestra-Serie optimiert. Die Funktion Dynamic Bass passt beispielsweise den Tiefton an die Hörlautstärke an und kompensiert die variables Bass-Empfinden des menschlichen Gehörs. Diese psychoakustische Korrektur erhält die tonale Balance über alle Lautstärken hinweg – von leisen nächtlichen Sessions bis hin zu engagierteren Hörmomenten.
Die Maestro-Verstärker bieten zudem umfassende Konnektivität: FM/DAB-Tuner, Phono-Eingang, HDMI ARC, Streaming via AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect und Roon-Kompatibilität. Diese Vielseitigkeit macht das Duo Maestro + Orchestra Slim Gen.2 zu einem kompletten System, das den meisten modernen Anwendungen gerecht wird – von Vinylwiedergabe bis hin zum hochauflösenden, dateibasierten Streaming.
Technische Daten
Akustische Wandler
- Tieftöner: 5,25-Zoll (13,3 cm) Papier-/Bambus-Verbundtreiber, mit Kevlar verstärkt, in einem Druckgusskorb montiert
- Hochtöner: Air-Motion-Transformer in Waveguide integriert
- Neodym-Motor
- Membranfläche von ca. 85 cm² (gefaltet)
Elektrische Eigenschaften
- Empfohlene Verstärkerleistung: ab 50 W
- Nennimpedanz: 4 Ω
- Frequenzgang: 45 Hz – 32000 Hz (-6 dB)
- Empfindlichkeit: 86 dB SPL (2,83 V RMS / 1 m)
- Übergangsfrequenz: 2800 Hz
Gehäuseaufbau
- Gehäuse aus hochdichter Faserplatte mit interner Matrix für optimale Steifigkeit und präzise Wiedergabe
- Handgeschliffenes Holzgehäuse mit hochwertigem, mattem Finish
Anschlüsse
- Hochwertige Schraubklemmen für optimalen Signaltransfer
Design und Finish
- Abgerundete Ecken und Aluminiumdetails für eine elegante Optik
- Flächenbündig integrierte Treiber ohne sichtbare Schrauben
- Kompakte Abmessungen für eine einfache Installation in jeder Umgebung
Lieferumfang
- 1 Paar ORCHESTRA Slim Lautsprecher (Gen. 2)
- Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise
- Abnehmbare Schutzgitter
- Schaumstoffstopfen für Bassreflex-Öffnung
Allgemeine Informationen
- Entworfen und entwickelt in Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Welche Mindestverstärkung ist für die Orchestra Slim Gen.2 erforderlich?
Die empfohlene Leistung beginnt bei 50 Watt an 4 Ohm. Dieser Wert stellt ein Minimum für komfortable Lautstärken dar, doch die Lautsprecher vertragen ohne Weiteres auch kräftigere Verstärker. Die Sonoro Maestro und Maestro Quantum mit 170 bis 180 Watt an 4 Ohm bieten eine komfortable Leistungsreserve, um das dynamische Potenzial der Lautsprecher in Räumen bis 30 m² voll auszuschöpfen.
Worin unterscheidet sich die Gen.2 von der ersten Generation?
Die wichtigsten Verbesserungen betreffen die Tiefmitteltonmembran und die Weiche. Die Membran wurde mit Kevlar und Bambus verstärkt, was ihre Steifigkeit erhöht und Frequenzschwankungen reduziert. Die neue passive Weiche verfeinert den Übergang zwischen Mitten und Höhen, erweitert die Bühne und fokussiert die Stimmpräsenz stärker. Diese Änderungen führen zu einer besseren Trennung der Frequenzbereiche – besonders im Bass – und zu einer ausgewogenen Mischung aus dynamischem Punch und feiner Hochtonauflösung.
Eignen sich die Orchestra Slim Gen.2 für klassische Musik?
Der AMT-Hochtöner bietet eine Frequenzextension bis 32 kHz und eine schnelle Transientenwiedergabe – ideale Voraussetzungen für akustische Instrumente. Die Verbundmembran des Tiefmitteltöners begrenzt störende Resonanzen und bewahrt die Klarheit instrumentaler Texturen. Die Trennfrequenz bei 2800 Hz sorgt für einen fließenden Übergang zwischen den Wandlern und vermeidet Zeitversätze, die die tonale Kohärenz beeinträchtigen könnten. Diese Eigenschaften machen die Lautsprecher zu einer sinnvollen Wahl für klassische Aufnahmen, in denen räumliche Abbildung und natürliche Klangfarben entscheidend sind.
Müssen die magnetischen Abdeckungen zwingend verwendet werden?
Die magnetischen Abdeckungen schützen die Wandler vor Stößen und Staub, ihre Nutzung ist jedoch optional. Manche Hörer bevorzugen eine offenere Optik ohne Abdeckungen. Akustisch ist der Einfluss dank der durchlässigen Konstruktion minimal. Der hochwertige Stoff lässt Schallwellen passieren, ohne die Höhen signifikant abzuschwächen. Die Entscheidung für oder gegen die Abdeckungen ist daher eher eine Frage der Ästhetik als des Klangs.
Können diese Lautsprecher mit einem Verstärker einer anderen Marke betrieben werden?
Die Orchestra Slim Gen.2 sind standardmäßige Passivlautsprecher und funktionieren mit jedem Verstärker, der mindestens 50 Watt an 4 Ohm liefert. Obwohl sie für die Kombination mit Sonoro-Maestro-Verstärkern konzipiert wurden, spricht nichts gegen den Einsatz mit Elektronik anderer Marken. Die Schraubklemmen nehmen auch Kabel mit großem Querschnitt auf und gewährleisten eine zuverlässige Signalübertragung. Die Impedanz von 4 Ohm erfordert jedoch die Prüfung, ob der gewählte Verstärker diese Last problemlos treiben kann.
Welche Raumgröße wird für diese Lautsprecher empfohlen?
Dank ihres kompakten Formats und der Bassreflexabstimmung eignen sich die Orchestra Slim Gen.2 für Wohnräume bis 30 m². Unter diesen Bedingungen liefern sie komfortable Pegel, ohne eine überdimensionierte Verstärkung zu benötigen. Für größere Räume bieten sich die Modelle Orchestra oder Orchestra Gen.2 im größeren Format als passendere Alternativen an. Der Tiefgang bis 45 Hz ermöglicht die Wiedergabe der Grundtöne der meisten Instrumente, wobei ein Subwoofer die Installation ergänzen kann, wenn eine noch tiefere Bass-Extension gewünscht ist.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 4260117330773











