Übersicht
Erbin der Coax 511, markiert diese Drei-Wege-Standbox den Einstieg in die Gen2-Modelle, die 2022 in München vorgestellt wurden. Piega setzt hier seinen koaxialen Bändchentreiber C112+ in einem schlanken Format und einem nahtlos extrudierten Aluminiumgehäuse ein. Mit ihren fünf Treibern auf der Front und einem Gewicht von 45 kg bei 117 cm Höhe ist die 611 eine kompakte, aber substanzielle Lautsprecherbox, ausgelegt für mittelgroße bis große Räume.
Das koaxiale C112+‑Bändchen, Zweiwege-Wandler
Das Herz der Coax 611 ist ein koaxialer Treiber, bei dem der Hochtonbändchen im Zentrum des Mitteltonbändchens sitzt. Diese konzentrische Anordnung richtet beide Treiber auf den Achsen X, Y und Z aus und erzeugt eine einzige Punktschallquelle. Die Frequenzen zwischen 450 Hz und 50 kHz werden vom selben geometrischen Punkt ausgestrahlt, was eine Phasenkohärenz unabhängig von der Hörposition im Raum gewährleistet.
Die in diesem koaxialen Modul verwendeten Aluminium-Membranen sind 0,02 mm dick und wiegen nur einen Bruchteil eines Gramms. Piega gibt an, dass sie dreißigmal leichter sind als herkömmliche Kalotten. Diese extrem geringe Masse ermöglicht eine schnelle und präzise Impulswiedergabe.
Für die Gen2-Generation erhielt der C112+‑Treiber mehrere Verbesserungen gegenüber dem C112: zusätzliche Querverstrebungen auf der Frontplatte, ein zusätzlicher Neodym-Magnet oberhalb des Hochtöners zur Steigerung des Wirkungsgrads sowie eine spezielle Beschichtung auf der Mitteltonmembran, die den Frequenzgang im unteren Spektrum linearisiert und eine tiefere Übergangsfrequenz zum Bass ermöglicht (450 Hz statt rund 800 Hz bei der Vorgängergeneration). Die Magnetstäbe wurden außerdem mechanisch entkoppelt, um Mikroresonanzen zu eliminieren.
Bass-Sektion: zwei aktive Woofer, drei Passivmembranen
Die Coax 611 nutzt fünf 160-mm-Treiber auf der Front, von denen jedoch nur die beiden oberen aktiv sind. Die drei unteren arbeiten als passive Radiatoren. Im Vergleich zur Coax 511, die nur zwei davon hatte, ermöglicht dieser dritte Radiator eine effizientere akustische Ankopplung an das vergrößerte Innenvolumen.
Die UHQD‑Treiber (Ultra High Quality Definition) werden von SEAS nach Piega-Spezifikationen gefertigt. Ihre bewegte Masse bleibt ausreichend gering, um mit der Schnelligkeit des koaxialen Moduls Schritt zu halten, was die Homogenität der Wiedergabe bewahrt. Der Frequenzgang reicht hinab bis 32 Hz, was für eine kompakt gebaute, ventilationslose Box dieses Formats beachtlich ist.
Das Fehlen eines Bassreflex-Ports ist ein Vorteil bei der Aufstellung: Die Coax 611 kann näher an einer Rückwand betrieben werden als die meisten Standlautsprecher dieser Klasse, ohne dass der Bass überhandnimmt.
Das Aluminiumgehäuse und das TIM2‑Modul
Das nahtlos extrudierte Aluminiumgehäuse ist seit 1997 ein Markenzeichen von Piega. Dieses Material bietet hohe Steifigkeit bei moderatem Gewicht, kann aber bei unzureichender Behandlung zum Schwingen neigen. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, hat Piega das TIM‑System (Tension Improve Module) entwickelt.
Die mit der Gen2‑Serie eingeführte Version TIM2 funktioniert anders als ihr Vorgänger. Das frühere Modul erzeugte einen Druck nach außen auf die Innenwände. TIM2 arbeitet mit Zugspannung: Gefräste Aluminiumplatten werden horizontal zwischen den Treibern eingesetzt, an den inneren Schienen des extrudierten Gehäuses befestigt und anschließend manuell mit einem definierten Drehmoment angezogen. Diese nach innen gerichtete Spannung erhöht die Gesamtsteifigkeit. Verbleibende Resonanzen werden durch viskoelastische Dämpfungsfolien absorbiert, die im Inneren des Gehäuses verklebt sind.
Kompatibilität und Praxis
Mit einem Wirkungsgrad von 90 dB/W/m und einer Nennimpedanz von 4 Ω stellt die Coax 611 für moderne Verstärker keine besondere Herausforderung dar. Piega empfiehlt eine Verstärkerleistung von 20 bis 250 W. Die Impedanz bleibt über den gesamten Frequenzbereich stabil, was die Arbeit der Endstufe erleichtert.
Zwei Paar Anschlussklemmen ermöglichen Bi-Wiring oder Bi-Amping. Für den Single-Wire-Betrieb werden Brücken mitgeliefert.
Die Coax 611 benötigt eine Einspielzeit von mehreren Dutzend Stunden, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Zu Beginn kann die Wiedergabe etwas zurückhaltend wirken.
Diese Standbox kann zusammen mit dem Center-Lautsprecher Coax Center 211, der denselben C112+‑Treiber und die gleiche Optik nutzt, die Frontkanäle eines Heimkino-Systems bilden.
Technische Daten
Technologie und Design
- Koaxialband C112+
- Koaxial angeordneter Tweeter und Mitteltöner in einer Ebene für eine einzige Punktschallquelle
- Optimierte Zeit- und Impulswiedergabe
- Klarer, natürlicher und dynamischer Klang
- UHQD-Tieftöner
- Zwei aktive 160-mm-Tieftöner
- Drei 160-mm-Passivmembranen
- Hergestellt von SEAS nach Piega-Spezifikationen
- Tiefe, dynamische und präzise Bässe
- TIM2-Modul (Tension Improve Module 2)
- Gehäuse unter kontrollierter Vorspannung zur wirksamen Reduzierung von Resonanzen
- Reiner und homogener Klang
- Aluminiumgehäuse
- Nahtlos extrudiertes Aluminium für maximale Steifigkeit
- Optimierte Konstruktion zur Eliminierung unerwünschter Vibrationen
Akustische Spezifikationen
- Typ: 3-Wege-Standlautsprecher
- Empfohlene Verstärkerleistung: 20 - 250 W
- Empfindlichkeit: 90 dB/W/m
- Impedanz: 4 Ω
- Frequenzgang: 32 Hz - 50 kHz
- Lautsprecher
- 2 aktive 160-mm-UHQD-Tieftöner
- 3 160-mm-UHQD-Passivmembranen
- 1 Koaxialband C112+
Physikalische Eigenschaften
- Abmessungen (H × B × T): 117 × 21 × 31 cm
- Gewicht: 45 kg
- Aufbau: extrudiertes Aluminium mit TIM2-Modul
Oberflächen und Design
- Standardausführungen
- Gebürstetes Aluminium in Silber oder Schwarz
- Weiß lackiert
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich die Coax 611 von der Coax 511 LTD?
Die Coax 611 ist eine komplette Neuentwicklung mit dem C112+‑Treiber (anstelle des C112), einem größeren Gehäuse, drei Passivmembranen statt zwei und dem Dämpfungsmodul TIM2 anstelle von TIM. Die 511 LTD behält die frühere Architektur bei, jedoch mit gezielten Optimierungen.
Beeinträchtigen die Abdeckungen den Klang?
Ja, das Abnehmen verbessert die Definition leicht. Doch im Unterschied zu vielen Lautsprechern ist der Einfluss der Metallgitter von Piega vergleichsweise moderat, und sie können montiert bleiben, ohne die Wiedergabe nennenswert zu verschlechtern.
Kann man die Coax 611 mit einem Röhrenverstärker betreiben?
Ja. Trotz der Impedanz von 4 Ω bleibt das elektrische Verhalten der Last stabil und stellt für ausreichend leistungsfähige Röhrenverstärker kein Problem dar. Rund dreißig hochwertige Watt reichen für Wohnraumbetrieb aus.
Welchen Mindestabstand zur Rückwand sollte man vorsehen?
Dank des fehlenden Bassreflex-Ports kommt die Coax 611 bereits mit 20–30 cm Abstand zur Rückwand aus, ohne übermäßigen Bass zu produzieren. Die meisten Bassreflex-Standlautsprecher verlangen mindestens 40 bis 60 cm.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: 692523









