Übersicht
Seit 2004 haucht die Linear-Reihe von Lehmann Audio Kopfhörern neues Leben ein, indem sie diese von den mittelmäßigen Ausgängen klassischer Verstärker befreit. Der Linear D hatte dieser Reihe einen integrierten Digital-Analog-Wandler hinzugefügt. Diese MKII-Version übernimmt das gleiche kompakte Gehäuse, bringt jedoch eine vollständig überarbeitete Analogplatine und selektivere Bauteile mit. In Köln gefertigt, vereint er drei Funktionen: Kopfhörerverstärker, Wandler und Vorverstärker.
Drei Geräte in einem 28 cm breiten Gehäuse
Der Linear D MKII ist ein Hybridgerät. Er verstärkt das Kopfhörersignal über eine diskrete Ausgangsstufe in Klasse A. Er wandelt digitale Datenströme mittels eines ESS Sabre K2M-Chips. Und er kann als Vorverstärker dienen, um Aktivlautsprecher oder einen Leistungsverstärker anzusteuern – dank seines RCA-Linienausgangs.
Diese Vielseitigkeit macht ihn zum natürlichen Begleiter von CD-Spielern, Netzwerkplayern und Plattenspielern (über einen vorgeschalteten Phono-Vorverstärker). Digital an einen Netzwerkplayer angeschlossen, ermöglicht er das Hören über Kopfhörer und Lautsprecher, ohne mehrere Geräte zu benötigen. Wenn der Gain auf 0 dB eingestellt ist und kein Kopfhörer angeschlossen ist, funktioniert er als vollwertiger Vorverstärker.
Eine tiefgreifend überarbeitete Analogplatine
Die bedeutendste Änderung gegenüber der ersten Version des Linear D liegt in der Analogplatine. Lehmann Audio hat die sogenannte „Low-Z Copper”-Technologie übernommen: ein Fertigungsverfahren mit niedriger Impedanz, das die Kosten der Rohplatinen laut Hersteller etwa verzehnfacht. Die Kupferleiterbahnen sind sechsmal dicker als beim Vorgängermodell, was den elektrischen Widerstand des Signalwegs reduziert.
Die Kondensatoren im Audiopfad sind Mundorf MLytic, während die erste Version Bauteile in Standardqualität verwendete. Die interne Verkabelung wird auf OFC-Kupfer (sauerstofffreies Kupfer) umgestellt. Diese Bauteilauswahl stammt teilweise vom Linear SE, dem rein analogen High-End-Modell der Reihe. Das gemessene Ergebnis: bessere Dynamikwerte und eine getreuere Wiedergabe von Transienten.
Digitalwandlung und Quellenverwaltung
Die Digitalabteilung basiert auf einem ESS Sabre K2M-Chip, montiert auf einer vierlagigen Platine, die gegen Hochfrequenzstörungen geschützt ist. Glimmerkondensatoren (mit geringen Verlusten) filtern das analoge Signal am Wandlerausgang, und schnelle Verstärkerstufen auf der Wandlerplatine bewahren die Qualität der Transienten.
Zwei digitale Eingänge stehen zur Verfügung: ein optischer (Toslink) und ein koaxialer (S/PDIF). Das Gerät verarbeitet Datenströme bis zu 24 Bit / 192 kHz. Die Quellenauswahl erfolgt automatisch: Wird ein digitales Signal erkannt, hat es Vorrang (der optische Eingang hat Vorrang vor dem koaxialen). Bei Abwesenheit eines digitalen Signals wechselt der Linear D MKII auf den analogen RCA-Eingang. Es gibt keinen Eingangswahlschalter an der Frontseite, was zum Minimalismus des Geräts beiträgt, aber auch bedeutet, dass die Umschaltlogik nicht manuell gesteuert werden kann.
Kopfhörerausgänge und Gainanpassung
Zwei 6,35-mm-Klinkenbuchsen mit vergoldeten Neutrik-Kontakten befinden sich an der Frontseite. Beide Ausgänge arbeiten parallel und können gleichzeitig zwei Kopfhörer gleicher Impedanz speisen, ohne nennenswerte Signalverschlechterung. Der linke Ausgang trennt automatisch den hinteren RCA-Linienausgang, wenn ein Kopfhörer angeschlossen wird: eine nützliche Funktion, um lautlos zwischen Kopfhörer- und Lautsprecherwiedergabe zu wechseln.
Mit 400 mW bei 60 Ω und 200 mW bei 300 Ω ist die Klasse-A-Ausgangsstufe ausgelegt, um hochohmige Kopfhörer wie stromhungrige planare Magnetkopfhörer zu versorgen. Die Ausgangsimpedanz beträgt 5 Ω, niedrig genug, um den Frequenzgang der meisten dynamischen Kopfhörer nicht zu beeinträchtigen.
Vier Gainsstufen stehen zur Verfügung (0 dB, 10 dB, 18 dB, 20 dB), einstellbar über Mikroschalter an der Unterseite des Gehäuses. Diese Platzierung verhindert versehentliche Betätigung, erfordert jedoch, das Gerät umzudrehen, um die Einstellung zu ändern. Lehmann Audio hatte die gute Idee, die Einstellungsanweisungen direkt auf der Unterseite des Gehäuses aufzudrucken.
Mechanische Entkopplung und Verarbeitung
Das Aluminiumgehäuse misst 11 × 28 × 5 cm bei einem Gewicht von etwa 1,5 kg. Die Frontseite ist schlicht: ein einziger, massiver und gedämpfter Lautstärkeregler sowie die beiden Kopfhörerausgänge. Nichts weiter. Drei Ausführungen werden angeboten: Schwarz, Silber und Chrom.
Unter dem Gehäuse sorgen drei 3S-Absorberfüße (ehemals SSC) für mechanische Entkopplung. Diese Füße verwenden ein Seilaufhängungssystem (String Suspension Concept), entwickelt von Manfred Diestertich, Chefingenieur bei Audio Physic. Das Prinzip: Die vom Gehäuse aufgenommenen Mikrovibrationen werden durch ein dreiteiliges Aufhängungselement, das ein technisches Textil integriert, in Wärme umgewandelt. Die gleiche Technologie kommt in Audio Physic-Lautsprechern zum Einsatz. Bei einem Kopfhörerverstärker betrifft der Vorteil vor allem die Reduzierung parasitärer mechanischer Geräusche, die vom Möbelstück übertragen werden.
Was sich gegenüber dem Linear D (erste Generation) ändert
Für Besitzer des ursprünglichen Linear D ist der MKII keine bloße kosmetische Auffrischung. Die Analogplatine ist grundlegend anders: Low-Z-Kupfer, Mundorf MLytic-Kondensatoren, OFC-Verkabelung. Die 3S-Absorberfüße ersetzen die Standardfüße. Lehmann Audio bietet übrigens ein Upgrade von der alten auf die neue Platine für Besitzer älterer Modelle an – generationsübergreifend für alle Linear-Modelle –, mit optionaler Montage der 3S-Füße.
Die Gesamtklirrverzerrung bleibt unter 0,001 % (bei 6 mW / 300 Ω), der Signal-Rausch-Abstand überschreitet 100 dB bei Nullverstärkung, und die Bandbreite erstreckt sich von 10 Hz bis 35 kHz. Die gemessenen Spezifikationen sind vergleichbar, doch die Gewinne liegen im Bereich der Mikrodynamik und der räumlichen Wiedergabe – Parameter, die rohe Messwerte nur unvollständig erfassen.
Technische Daten
Architektur
- Klasse-A-Design
- Doppelseitige Leiterplatten mit optimiertem Layout, hochreines Kupfer
- Mundorf MLytic Audiophile-Kondensatoren
- Hochwertiges OFC-Kupfer-Innenverdrahtung
Leistung
- Ausgangsleistung
- 400 mW bei 60 Ω
- 200 mW bei 300 Ω
- Frequenzgang: 10 Hz (± 0,3 dB) bis 35 kHz (± 1 dB)
- Signal-Rausch-Abstand: über 100 dB (0 dB Verstärkung)
- Gesamtklirrfaktor (THD): unter 0,001 % (6 mW / 300 Ω)
- Ausgangsimpedanz: 5 Ω
Einstellungen
- Einstellbare Verstärkung: 0 dB, 10 dB, 18 dB, 20 dB (Schalter an der Unterseite des Gehäuses)
Digitalwandlung
- ESS Sabre Wandler der neuesten Generation
- Maximale Auflösung: bis zu 24 Bit / 192 kHz
- Präzise und natürliche Wiedergabe mit analogem Klangcharakter
- Quellenverwaltung: automatische Erkennung mit Priorität auf den Analogeingang
Anschlüsse
- Eingänge
- 1 analoger Stereoeingang (RCA)
- 1 digitaler Koaxialeingang (SPDIF)
- 1 digitaler optischer Eingang (Toslink)
- Ausgänge
- 2 Klinkenausgänge 6,35 mm (Neutrik-Steckverbinder, vergoldete Kontakte)
- 1 Pre-out-Ausgang (RCA) für Aktivlautsprecher oder Leistungsverstärker
Mechanische Entkopplung
- Integrierte SSC-Füße (String Suspension Concept) zur effektiven Schwingungsdämpfung
Allgemeine Daten
- Abmessungen: 11 x 28 x 5 cm
- Gewicht: ca. 1,5 kg
- Stromverbrauch: ca. 15 W
- Verfügbare Ausführungen: Schwarz, Silber, Chrom
Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion
- Leiterplatte: doppelseitig aus hochreinem Kupfer (gegenüber Standard bei der V1)
- Kondensatoren: Mundorf MLytic (gegenüber audiophilem Standard bei der V1)
- Innenverdrahtung: hochwertiges OFC-Kupfer (gegenüber Standard bei der V1)
- Entkopplung: SSC-Füße inklusive (gegenüber Standardfüßen bei der V1)
- Klangwiedergabe: detailreicher, mit verbesserter Mikrodynamik
Häufig gestellte Fragen
Verfügt der Linear D MKII über einen USB-Eingang?
Nein. Das Modell mit USB-Eingang ist der Linear USB II, ein eigenständiges Gerät, das zum gleichen Preis erhältlich ist. Der Linear D MKII bietet optische (Toslink) und koaxiale (S/PDIF) Digitaleingänge, was ihn für CD-Spieler, Netzwerkplayer und TV-Decoder besser geeignet macht als für eine direkte Verbindung mit einem Computer.
Kann er ausschließlich als Vorverstärker verwendet werden, ohne Kopfhörer?
Ja. Bei auf 0 dB eingestelltem Gain und ohne angeschlossenen Kopfhörer liefert der hintere RCA-Linienausgang ein vorverstärktes Signal, das von Aktivlautsprechern oder einem Leistungsverstärker genutzt werden kann. Die Ausgangsimpedanz des Linienausgangs beträgt 50 Ω.
Sind die beiden Kopfhörerausgänge unabhängig?
Sie sind parallel auf dieselbe Ausgangsstufe verdrahtet. Zwei Kopfhörer gleicher Impedanz können gleichzeitig ohne wahrnehmbare Qualitätseinbuße verwendet werden. Allerdings trennt der linke Ausgang den RCA-Linienausgang, wenn ein Kopfhörer angeschlossen wird, während der rechte Ausgang den Linienausgang nicht beeinflusst.
Welche Kopfhörer sind kompatibel?
Alle dynamischen und planaren Magnetkopfhörer mit 6,35-mm-Klinkenstecker. Die Ausgangsstufe verarbeitet sowohl niederohmige Kopfhörer (30–60 Ω) als auch hochohmige Modelle (250–600 Ω), mit entsprechender Gaineinstellung. Sehr empfindliche In-Ear-Kopfhörer können mit dem Gain auf 0 dB verwendet werden.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.










