Lionel
Perfekt, wie immer!
Kommentar vom 24. November 2025 — Erfahrung vom 2. Dezember 2023
Der Quadlink war lange Zeit eine Referenz im Cardas-Sortiment – geschätzt für seinen musikalischen Charakter und seine Wärme. Der Parsec übernimmt diese DNA und ergänzt sie um die Matched-Propagation-Technologie, die bislang der Clear-Serie vorbehalten war. Diese Kombination ergibt ein Kabel mit einer klaren Persönlichkeit, agiler und transparenter als sein Vorgänger, ohne dabei auf die für die Marke typische Fülligkeit im Mittelton zu verzichten.
George Cardas hat seinen Ruf auf der Anwendung des Goldenen Schnitts bei der Entwicklung von Audiokabeln aufgebaut. Diese Mitte der 1980er-Jahre patentierte Herangehensweise besteht darin, jede Aderlage nach dem Verhältnis 1:1,618 zu dimensionieren. Die feinsten Litzen befinden sich im Zentrum des Leiters, die dicksten an der Peripherie. Das Prinzip: Keine Lage teilt ein gemeinsames harmonisches Vielfaches mit einer anderen, wodurch sich Resonanzen nicht aufsummieren und das Signal verfärben können.
Das Parsec XLR treibt diese Logik mit der Cross-field-Geometrie noch weiter. Jede Litzenlage ist in die entgegengesetzte Richtung der vorhergehenden verflochten. Diese Abwechslung reduziert den Dipol-Antenneneffekt, durch den herkömmliche Kabel zu Sendern und Empfängern elektromagnetischer Störungen werden. Das geflochtene Schirmgeflecht aus verzinntem Kupfer, das durch komprimierte Polyethylen-Luftschläuche auf Abstand zu den Leitern gehalten wird, vervollständigt diesen Schutzaufbau.
In einem herkömmlichen Kabel breitet sich das elektrische Signal im Kupfer mit Lichtgeschwindigkeit aus, doch die im Dielektrikum (dem Isolator) gespeicherte Energie wird etwa 20 bis 30 % langsamer freigesetzt. Diese Zeitverschiebung führt zu einer Verwischung von Mikroinformationen – einer Art Unschärfe bei feinen Details und Transienten.
Die Lösung von Cardas? Die Ausbreitungsgeschwindigkeit im Leiter bewusst zu verlangsamen, damit sie mit der des Dielektrikums übereinstimmt. Das ist das Prinzip der Matched-Propagation-Leiter, das durch eine präzise Kontrolle der Schlaglänge jeder Litzenschicht erreicht wird. Der Parsec ist das erste Kabel der Cross-Serie, das von dieser ursprünglich für die Clear-Serie entwickelten Technologie profitiert.
Das hier verwendete Kupfer ist Grade 1 OFC (Oxygen Free Copper) mit einer Reinheit von 99,9999 %, das in einer reduzierenden Wasserstoffatmosphäre durch Diamantziehsteine gezogen wird. Jede Einzellitze erhält sofort eine urethanbasierte Isolierbeschichtung (Litz-Technik), die sie vor Oxidation schützt und Interaktionen zwischen benachbarten Litzen verhindert. Diese Konstruktion erhält die klanglichen Qualitäten des Kupfers langfristig.
Der zentrale Kern aus Kevlar sorgt für die mechanische Stabilität des gesamten Kabels. Es verformt sich nicht unter seinem eigenen Gewicht und behält seine Geometrie selbst nach vielen Handhabungen bei. Der Außenmantel aus Alcryn, einem extrudierten Elastomer, bietet im Alltag eine angenehme Flexibilität: Das Parsec lässt sich ohne übermäßigen Widerstand biegen und nimmt seine ursprüngliche Form wieder an, ohne dauerhaft geknickt zu bleiben.
Die Standardausführung ist mit XLR-Steckverbindern von Neutrik ausgestattet. Optional bietet Cardas auch seine eigenen CG-XLR-Steckverbinder an. Jedes Kabel wird im Werk in Bandon, Oregon, von einem Team spezialisierter Techniker von Hand konfektioniert. Diese US-Fertigung geht mit einer lebenslangen Garantie einher.
Mit einem Außendurchmesser von 9,14 mm und einem Querschnitt von 2 × 23,5 AWG bleibt das Parsec ein handliches Kabel, das sich problemlos hinter einem Rack verlegen lässt, ohne zu viel Platz zu beanspruchen.
Das Parsec bewahrt den kräftigen Mitteltonbereich und die reichen Obertöne, die den Cardas-Klang auszeichnen. Der Unterschied zum Quadlink zeigt sich in der Transparenz und der Ausleuchtung der Bühne: Die Ebenen sind klarer getrennt, Transienten präziser, der Bass reaktiver. Die Wiedergabe neigt leicht zur warmen Seite des Spektrums, ohne ins Weiche abzugleiten.
Dieser Charakter passt gut zu Anlagen, denen es an Substanz mangelt oder deren Höhen zur Analytik tendieren. In einer bereits eher warm abgestimmten Kette könnte das Parsec diese Tendenz verstärken.
Cardas empfiehlt eine Einspielzeit von etwa 100 Stunden, bis das Kabel sein optimales Leistungsniveau erreicht. Diese Dauer kann je nach anliegendem Signal variieren. Nach einer Manipulation oder einem Umsetzen kann eine kürzere Stabilisationszeit (einige Stunden bis zu einem Tag) erforderlich sein.
Neutrik-Stecker sind zuverlässige, weit verbreitete Profiverbinder. Die Cardas CG verwenden massive Kupferkontakte mit Rhodium-/Silber-Beschichtung und eine auf Leitfähigkeit optimierte Konstruktion. Das Upgrade auf die CG ist mit Mehrkosten verbunden, die sich lohnen, wenn der Rest der Kette in der Lage ist, die Vorteile hörbar zu machen.
Seine geschirmte Konstruktion und die Widerstandsfähigkeit gegen Störeinflüsse machen es für den Studioeinsatz geeignet. Seine leicht warme tonale Charakteristik kann die Aufnahme allerdings färben. Für wirklich neutrale Abhöre sind andere Referenzen besser geeignet.
Ja, seine wirksame Schirmung und die geringe Kapazität machen es zu einem guten Kandidaten für Phono-Verbindungen, bei denen das Signal besonders empfindlich gegenüber Störungen ist. Die XLR-Version ist sinnvoll, sofern der Vorverstärker über symmetrische Eingänge verfügt.
Lionel
Perfekt, wie immer!
Kommentar vom 24. November 2025 — Erfahrung vom 2. Dezember 2023
Savvas
Ein ernstzunehmendes Kabel zu unschlagbarem Preis (Ausstellungsmodell wie neu).
Kommentar vom 20. Juli 2022 — Erfahrung vom 8. Juli 2022
Gérard
Hervorragendes Kabel, sehr klar, fein, angenehm helle und nicht aggressive Höhen.
Kommentar vom 10. September 2021 — Erfahrung vom 21. August 2021