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Cardas XLR Parsec 1,5 m

Übersicht

Der Quadlink war lange Zeit eine Referenz im Cardas-Programm – bekannt für seinen musikalischen Charakter und seine Wärme. Das Parsec übernimmt dessen DNA und ergänzt sie um die Matched-Propagation-Technologie, die bislang der Clear-Serie vorbehalten war. Diese Kombination ergibt ein Kabel mit einer klaren, eigenständigen Persönlichkeit, agiler und transparenter als sein Vorgänger, ohne auf die satte Mittenwiedergabe zu verzichten, die den Ruf der Marke begründet hat.

Eine Geometrie zur Kontrolle von Resonanzen

George Cardas hat seinen Ruf durch die Anwendung des Goldenen Schnitts auf das Design von Audiokabeln aufgebaut. Dieses Mitte der 1980er-Jahre patentierte Konzept besteht darin, jede Litzenlage nach dem Verhältnis 1:1,618 zu dimensionieren. Die feinsten Litzen befinden sich im Zentrum des Leiters, die dicksten an der Peripherie. Das Prinzip dahinter: Keine Lage teilt ein gemeinsames harmonisches Vielfaches mit einer anderen, wodurch sich Resonanzen nicht addieren und das Signal verfärben können.

Das Parsec XLR treibt diese Logik mit der Cross-field-Geometrie noch weiter. Jede Litzenlage ist in entgegengesetzter Richtung zur vorherigen verflochten. Dieser Wechsel reduziert den Dipolantenneneffekt, durch den herkömmliche Kabel zu Sende- und Empfangsantennen für elektromagnetische Störungen werden. Ein Geflecht aus verzinntem Kupfer als Schirmung, das durch komprimierte Polyethylen-Luftschläuche auf Abstand zu den Leitern gehalten wird, komplettiert dieses Schutzkonzept.

Leiter und Isolierung im Gleichschritt

In einem herkömmlichen Kabel breitet sich das elektrische Signal im Kupfer mit Lichtgeschwindigkeit aus, während die im Dielektrikum (der Isolierung) gespeicherte Energie etwa 20 bis 30 % langsamer freigesetzt wird. Diese zeitliche Verschiebung führt zu einer Verwischung von Mikroinformationen – einer Art Unschärfe bei feinen Details und Transienten.

Die Lösung von Cardas? Die Ausbreitung im Leiter gezielt zu verlangsamen, damit sie mit der des Dielektrikums übereinstimmt. Das ist das Prinzip der Matched-Propagation-Leiter, das durch eine präzise Kontrolle der Schlaglänge jeder Litzenschicht (Litz-Technik) erreicht wird. Das Parsec ist das erste Kabel der Cross-Serie, das von dieser ursprünglich für die Clear-Serie entwickelten Technologie profitiert.

Kupfer, Kevlar und Litz-Aufbau

Das hier verwendete Kupfer ist Grade 1 OFC (Oxygen Free Copper) mit einer Reinheit von 99,9999 %, das in einer reduzierenden Wasserstoffatmosphäre durch Diamantdüsen gezogen wird. Jede Litze erhält unmittelbar eine isolierende Urethan-Beschichtung (Litz-Technik), die sie vor Oxidation schützt und Wechselwirkungen zwischen benachbarten Litzen verhindert. Diese Konstruktion bewahrt die Qualitäten des Kupfers langfristig.

Der Kevlar-Kern sorgt für die mechanische Stabilität des gesamten Kabels. Das Kabel verformt sich nicht durch sein Eigengewicht und behält seine Geometrie auch nach zahlreichen Handgriffen bei. Der Außenmantel aus Alcryn, einem extrudierten Elastomer, bietet im Alltag eine angenehme Flexibilität: Das Parsec lässt sich ohne übermäßigen Widerstand biegen und behält keine bleibende Form seiner Krümmungen.

Konfektion und Finish

Die Standardausführung ist mit XLR-Steckverbindern von Neutrik ausgestattet. Cardas bietet optional auch eigene CG-XLR-Steckverbinder an. Jedes Kabel wird im Werk in Bandon, Oregon, von einem Team spezialisierter Techniker von Hand konfektioniert. Diese Fertigung in den USA geht mit einer lebenslangen Garantie einher.

Mit einem Außendurchmesser von 9,14 mm und einem Leiterquerschnitt von 2 × 23,5 AWG bleibt das Parsec ein handliches Kabel, das sich hinter einem Rack leicht verlegen lässt, ohne übermäßig aufzutragen.

Welche klangliche Signatur ist zu erwarten?

Das Parsec bewahrt die vollmundigen Mitten und den reichen Obertongehalt, die den Cardas-Klang auszeichnen. Der Unterschied zum Quadlink zeigt sich bei Transparenz und Bühnenabbildung: Die Ebenen sind besser getrennt, Transienten sind prägnanter, der Bass reagiert schneller. Die Wiedergabe neigt leicht zur warmen Seite des Spektrums, ohne ins Weiche abzugleiten.

Dieser Charakter eignet sich für Anlagen, denen es an Körperhaftigkeit mangelt oder deren Höhen zu analytisch wirken. An einer bereits eher warm abgestimmten Kette könnte das Parsec diese Tendenz verstärken.

Technische Daten

Anschlüsse

  • Standard-Steckverbinder: Neutrik XLR

Leiter

  • Zentralseele aus Kevlar für mechanische Stabilität
  • Sauerstofffreies Kupfer der Güteklasse 1 (Reinheit 99,9999 %)
  • Transparente SPN-Ummantelung (Litz-Technologie)
  • Querschnitte kalibriert nach dem Verhältnis des Goldenen Schnitts
  • Mehrlagige, kreuzgeflochtene Geometrie
  • Isolation durch FEP-Band mit Schutzmantel

Geometrie

  • Geschirmtes, verdrilltes Aderpaar
    • Polyethylen-Luftschläuche, verbunden mit kohlenstoffimprägniertem FEP-Band
  • Äußere Schicht aus komprimierten Polyethylen-Luftschläuchen
    • Aufhängung der Schirmung durch diese Schicht
  • Geflochtene Schirmung aus verzinntem Kupfer
  • Außenmantel aus extrudiertem Alcryn-Gummi
    • Auf Abstand zu den Leitern gehalten, um Wechselwirkungen zu begrenzen

Abmessungen

  • Querschnitt: 2 × 23,5 AWG
  • Außendurchmesser: 9,14 mm

Häufig gestellte Fragen

Muss das Parsec eingespielt werden?

Cardas empfiehlt eine Einspielzeit von etwa 100 Stunden, bis das Kabel sein optimales Leistungsniveau erreicht. Diese Dauer kann je nach Signal variieren, das durch das Kabel läuft. Nach einer Handhabung oder einem Umstecken kann eine kürzere Stabilisationszeit (einige Stunden bis zu einem Tag) erforderlich sein.

Worin unterscheiden sich die Neutrik- von den Cardas-CG-XLR-Steckverbindern?

Neutrik-Stecker sind zuverlässige, weit verbreitete Profi-Steckverbinder. Die Cardas CG verwenden Kontakte aus massivem Kupfer mit Rhodium-/Silberbeschichtung und eine für hohe Leitfähigkeit optimierte Konstruktion. Das Upgrade auf CG bedeutet einen Aufpreis, der sich lohnt, wenn der Rest des Systems in der Lage ist, die klanglichen Vorteile offenzulegen.

Kann das Parsec als Studiokabel eingesetzt werden?

Sein geschirmter Aufbau und die Unempfindlichkeit gegenüber Störungen machen es grundsätzlich für den Studioeinsatz geeignet. Seine leicht warme tonale Signatur kann die Aufnahme allerdings etwas färben. Für ein strikt neutrales Monitoring sind andere Kabelreferenzen besser geeignet.

Eignet sich das Parsec für die Verwendung mit einem Phono-Vorverstärker?

Ja, seine effektive Schirmung und geringe Kapazität machen es zu einem guten Kandidaten für Phono-Verbindungen, bei denen das Signal besonders empfindlich gegenüber Störungen ist. Die XLR-Version ist sinnvoll, wenn der Phono-Vorverstärker über symmetrische Eingänge verfügt.

  • Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
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